Eine Selbststudie

Mit manchen Männern sich auseinandersetzen, heißt …

Darüber streiten, was Feminismus ist (unabhängig von der Problematik, die man behandelt)

Es gibt ja Leute, die behaupten, Feminismus wäre nicht oder nicht mehr männerfeindlich. Ich glaube, die irren. Oder ist das hier auch wieder kein Feminismus.

Sich klassifizieren zu lassen, am liebsten mit laaangen Fremdwörtern:

Neoviktorianischer Mittelschichtsdamenfeminismus.

Sich verharmlosen zu lassen

Es klingt alles sehr naiv aus meiner Sicht. Es wäre insofern interessant mehr über die Bloggerin zu wissen.

Über das wichtigste Thema von allen zu reden, nämlich dem Alter der Frau

Ich würde es so interpretieren: Jugend in den späten 1970ern bis frühen 1980ern.
– Also knapp über 30? Könnte sein, die Ansichten würden auch zu jünger passen, aber der Schreibstil klingt älter.
– Ich meinte, dass sie vermutlich in den späten 1970ern eine Jugendliche war..
– Findest du? Kann schon sein, im Feminismus hat ja Vieles eine sehr lange Halbwertszeit..

Mal mit Humor gesehen, ist das ganze ja auch sehr lustig. Schließlich ist mein Blog gestern erst ein Tag alt gewesen. Ich habe auch erstmal darüber lachen müssen. Aber: Dass dieses ,,über mich reden“ auf einem anderen Blog mich mehr degradiert als ein ,,mit mir reden“, liegt auf der Hand. Dass man wild irgendwelche Urteile über mich fällt, mich sofort in die biologistische Ecke drängt, aus der ich nie argumentiert habe, auch. Denn worauf ich mich bezogen habe, ist die Erfahrung eines Unterdrückungsmechanismus, die eine Frau in ihrem Leben sehr oft haben kann, und der von Männern ausgeht, und dass sie aufgrund dieser Erfahrung anders kultiviert ist/sein kann. Und dass man dem eigentlichen Thema kaum Rücksicht geschenkt hat (was nach Antje Schrupp leider meistens so ist bei feministischen Debatten), nämlich dass es mir um Tiere geht, die von Männern und Frauen zu ,,anderen“ degradiert werden, um so aus ihrem Körper, ihrem Fleisch, ihren ,,Produkten“ Kapital zu ziehen – das ist echt schade.

Immer mit Humor, Jungs. Ich bin sehr an sachlichen Debatten interessiert, die MIT mir geführt werden. Bis dann.

(Zitate aus folgendem Link: http://allesevolution.wordpress.com/2010/11/15/wie-weit-sollen-die-frauen-bei-der-emanzipation-gehen/)


7 Antworten auf „Eine Selbststudie“


  1. Gravatar Icon 1 Christian 16. November 2010 um 14:48 Uhr

    Du kannst ja gerne einsteigen in die Diskussion. Der Blog ist selbstverständlich für Gegenmeinungen offen. Ich würde mich freuen, wenn du darstellst, was du eigentlich mit (Männer-)Menschen gemeint hast.

    „mich sofort in die biologistische Ecke drängt“

    Was meinst du denn damit? Wir sind ja eher davon ausgegangen, dass du von gesellschaftlich konstruierten Rollen ausgehst.

  2. Gravatar Icon 2 Administrator 16. November 2010 um 15:28 Uhr

    Damit ist nichts Biologistisches gemeint?

    -->,,Die erdverbundene, nicht-kalt-instrumentell rationale, friedliche und mystisch verklärte Weiblichkeit aus der Romantik als Lösung dieses Bedrohungsszenarios..“

    -->,,Die Weiblichkeit als Rettung vor Krieg“ ist häufig zu finden. Ich denke auch, dass da viel Wunschdenken dabei ist. Matriarchate scheinen ja durchaus auch einiges an Gewalt bereit zu halten.“ (von dir)

    -->“Frauen, Kinder und Tiere sind „die (unschuldige, erdverbundene) Natur“, und „Newtons Rape Manual“ ist die Beherrschung der Natur, die kalte Rationalität mit der sich „die Männermenschen“ über Frauen, Kinder, Tiere stellen.“

    Alles mir zugeschrieben, soweit ich das verstanden habe. Kläre mich bitte auf, wenn ich das falsch verstanden habe …

  3. Gravatar Icon 3 Nick 16. November 2010 um 15:51 Uhr

    unabhängig von der Problematik, die man behandelt

    Die Problematik war für uns der Begriff „Männermenschen“

    Sich klassifizieren zu lassen

    Nicht direkt. Klassifizieren, welche Feminismen solche Begriffe hervorbringen. Manche würden sagen..

    Übrigens: klassifizierst du etwa nicht?

    Über das wichtigste Thema von allen zu reden, nämlich dem Alter der Frau

    Nö. Eine zeitliche Einordnung bestimmter Denkrichtungen.

    mich sofort in die biologistische Ecke drängt

    Ebenfalls Nö. Nicht in die biologisch-deterministische Ecke, sondern in die kulturell-deterministische Ecke. Was erwartest du, bei dem ziemlich abwertend erscheinenden Begriff „Männermenschen“? Es gibt eben leider sowas wie kulturellen Feminismus, und der war nun mal sehr prägend. Wenn du schreibst:

    Wollen wir solche (Männer-)Menschen werden – nämlich uns in Abgrenzung gegen das Andere definieren

    ..dann ist zunächst der Schluß naheliegend, dass du davon ausgehst dass ihr euch erstmal nicht „durch Abgrenzung gegen das Andere definiert“ – du stellst ja die Frage, ob ihr so werden wollt, und postulierst damit, dass ihr nicht so seid.

    Wenn das eigentliche Thema Tiere sind, die von Männern und Frauen zum Anderen erklärt werden – warum sollte es dann eine feministische Debatte sein? Du stellst doch das Erklären von Tieren zum Anderen gerade in einen geschlechtlichen Kontext – und implizierst damit das Frauen erstmal anders sind, oder nicht?

    Ich habe auch erstmal darüber lachen müssen.

    Gut, wenn du darüber lachen kannst, dann sollte man vielleicht auch erstmal über den Begriff „Männermenschen“ lachen. Also nichts für ungut..

  4. Gravatar Icon 4 Nick 16. November 2010 um 16:15 Uhr

    ..das bezieht sich erstmal auf den historischen Kontext der 1970er/1980er, und auf Ideen, die imho zu der Zeit wirkmächtig waren. Der Kontext, der den kulturellen Feminismus geprägt hat, und Ideen, die im kulturellen Feminismus oft anzutreffen waren.

    Was sich auf dich bezieht ist der Eindruck, dass ein starker Einfluß diesen Feminimus wiederum in dem Begriff „Männermenschen“ zum Ausdruck kommt.

  5. Gravatar Icon 5 Christian 16. November 2010 um 16:50 Uhr

    Lies dir meinen Blog mal durch. Wir nennen das, was du wahrscheinlich als Biologismus bezeichnest Biologie und haben uns die Ecke sehr gemütlich eingerichtet. Wenn du da in der Ecke wärst, dann würden wir dich nicht drängen, sondern dir einen gemütlichen Sofaplatz und eine Tasse Tee anbieten.

    Du scheinst ja davon auszugehen, dass Männermenschen bestimmte Wege haben, die man als Frauenmensch lieber nicht einschlagen sollte, weil sie falsch sind. Damit kannst du entweder einen Differenzfeminismus vertreten, nachdem Männer und Frauen unterschiedlich sind oder du kannst einen Gleichheitsfeminismus vertreten, nach dem Frauenmenschen sich entscheiden können, ob sie sich die Rolle der Männermenschen zu eigen machen oder lieber eine positivere Rolle (unschuldig, friedlich, tierlieb) entwickeln.

    Was ist es denn nun?

  6. Gravatar Icon 6 Administrator 16. November 2010 um 18:26 Uhr

    Nein – mit Biologismus bezeichne ich den Differenzfeminismus, der von biologischer Determiniertheit ausgeht. Für mich gilt Weiblichkeit als ein Mythos. Und ich bin eben nicht der Meinung, dass Frauen besser sind als Männer. Ich bin aber durchaus der Meinung, dass sie Unterdrückung erfahren haben von seiten der Männer innerhalb des Konstruktes ,,Geschlecht“. Nun sind wir fähig, uns ein neues Bild von uns selber zu schaffen, jede Frau und jeder Mann und jeder, der sich nicht in eine der beiden Kategorien einreihen will.
    Simone de Beauvoir erklärte, der Mann sehe sich als die Norm und die Frau sei das Abweichende. Schwarzer meint, das was als ,,männlich“ bezeichnet wird, z.B. bei Tugenden, ist in Wahrheit ,,menschlich“ und eine Frau müsse diese ,,menschlichen“ Eigenschaften endlich für sich ergreifen, frei von der Angst, als ,,unweiblich“ abgestempelt zu werden. D.h. ihrer Ansicht nach hatten Frauen einfach noch nicht die Gelegenheit dazu, im großen Stil Machtmenschen zu werden, Kriege zu führen, selber zu unterdrücken, aber dass sie generell dazu fähig seien … und da stimme ich ihr auch zu. Nur bei der Frage, ob ich solch ein Mensch werden will, ob ich diesen Menschbegriff für mich akzeptiere oder ob ich ihn nicht lieber völlig verwerfe, weil er dazu führt, dass ich zur Unterdrückerin werde – da gilt für mich nur ein klares Nein. Denn damit würde ich „Ja“ zu einem System sagen, dass dadurch erhalten bleibt, dass es auf der einen Seite die Mächtigen und auf der anderen Seite die Ohnmächtigen gibt. Dass einst unterdrückte Gruppierungen heute neue Privilegien eifersüchtig hüten und selbst gegen andere laut werden, zeigt sich an dem klassischen Beispiel der schwarzen Mittelschicht in den USA, die sehr stark homophob ist; es zeigt sich an der Homosexuellenszene in Berlin, die dem Rassismus gegenüber Migranten Raum gibt (siehe dazu die Kritik von Judith Butler beim CSD).
    Das kann nicht das Ziel einer Emanzipation sein.

  7. Gravatar Icon 7 Christian 16. November 2010 um 18:37 Uhr

    „Simone de Beauvoir erklärte, der Mann sehe sich als die Norm und die Frau sei das Abweichende.“

    ja, habe ich gelesen und meinen Beitrag, in dem ich dies anders sehe ja auch in meinem Beitrag verlinkt.
    Ich denke, dass Frauen auch in vielen Bereichen als die Norm gesehen werden. Beauvoirs Argumente für ihre Ansicht finde ich wenig überzeugend.

    Ansonsten scheinst du dann ja, wie erwartet, der zweiten Auffassung zuzuneigen.

    Die Theorie der durch die Gesellschaft erzeugten Geschlechterrollen hat meiner Meinung nach viele Lücken. Sie kann weder Transsexualiät, deren Zusammenhang mit Gendefekten, Homosexualität und das häufigere Auftreten weiblicher Verhaltensweisen bei Schwulen, verschiedene andere Generkrankungen noch die relative Gleichartigkeit der Rollen überall auf der Welt erklären. Auch die Wirkung der Hormone, die beim den Geschlechtern in verschiedenen Mengen erzeugt werden und das Verhalten beeinflussen wird nicht berücksichtigt.

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