Archiv für Januar 2011

Freitag, 28. März 2008

Das ist Verwelkung, die sich lachend findet. Und mittendrin die Tröstenden, die nach Medizin fragen und Löffel verteilen. Wir vermuten, dass sich Heiterkeit auf Seite 10 fortsetzt. Und manchmal fragt er nach dir, doch das ist Zufall. Verwelke nicht, es kommt dich teuer zu stehen. Eines Tages werden wir Verlassene sein. Schmerzen im Kreis und für drei Euro fünfzig. Die Bäume warten manchmal auf Fußgänger, wegen ihrer bewundernden Blicke. Ich will auch so ein Baum sein. Manchmal stört mich diese Ruhe, sie hat überhaupt keine Diskretion. Freitags essen wir Pflaumen. Letztens warst du so freundlich, dass ich rot wurde und vergessen habe, die Kartoffel weiter zu schälen. Heutzutage sind Schäler auch nicht mehr das, was sie mal waren … Wir Kinder lieben den Ungehorsam der Eltern, dann können wir besser schlafen. Alles hat mitunter Termine beim Zahnarzt. Wir verdächtigen Elvis.
Der Baum -
Das Blatt –
die Wahrheit:
Wenn wir nach dir fragen, heißt es immer nur: Später. Das Später stirbt nicht. Gib mal die Butter rüber. Denn es ist eine Tatsache, dass diese Zeitung von morgen ist, weil Opa sie gelesen hat. Opa weiß alles. Auch was man sich so in München sagt. Wir wissen heutzutage mehr über Nostalgie als damals.

Suburbia

suburbs
Quelle: tumblr

,,Was die Vororte betrifft, die so finster und verloren waren, so hatte jeder Mensch meiner Bekanntschaft, der dort hingezogen war, den Geist aufgegeben. Niemals überflutete der Lebensstrom diese Bereiche. Sich in diese lebenden Katakomben zurückzuziehen, konnte nur einen Zweck haben: zu zeugen und dahinzuwelken. Hätte es sich um einen Akt des Verzichtes gehandelt, so wäre es verständlich gewesen, aber das war es nie. Es war immer ein Eingeständnis der Niederlage. Das Leben wurde einerlei […]. Eine eintönige Arbeit, eine Familie mit großem Busen, an dem man sich bergen konnte, das Kleinvieh mit seinen Krankheiten, die Familienzeitschriften, die Witzblattseite, der Farmer-Almanach. Endlose Zeit, um sich im Spiegel zu betrachten. Eines nach dem anderen, so regelmäßig wie die Mittagssonne, kamen die Bälger aus dem Mutterleib. […] Die Stadt war störend, verwirrend, bedrückend. Man gewöhnte sich an einen anderen Rhythmus, wenn man in der Vorstadt wohnte. Was schadete es, wenn man nicht auf dem laufenden war? Dafür gab es Entschädigungen – wie warme Hauspantoffeln, das Radio, das an der Wand hochklappbare Bügelbrett. Sogar die Kanalisation hatte ihre Reize.“
(Henry Miller, ,,Plexus“)