Suburbia

suburbs
Quelle: tumblr

,,Was die Vororte betrifft, die so finster und verloren waren, so hatte jeder Mensch meiner Bekanntschaft, der dort hingezogen war, den Geist aufgegeben. Niemals überflutete der Lebensstrom diese Bereiche. Sich in diese lebenden Katakomben zurückzuziehen, konnte nur einen Zweck haben: zu zeugen und dahinzuwelken. Hätte es sich um einen Akt des Verzichtes gehandelt, so wäre es verständlich gewesen, aber das war es nie. Es war immer ein Eingeständnis der Niederlage. Das Leben wurde einerlei […]. Eine eintönige Arbeit, eine Familie mit großem Busen, an dem man sich bergen konnte, das Kleinvieh mit seinen Krankheiten, die Familienzeitschriften, die Witzblattseite, der Farmer-Almanach. Endlose Zeit, um sich im Spiegel zu betrachten. Eines nach dem anderen, so regelmäßig wie die Mittagssonne, kamen die Bälger aus dem Mutterleib. […] Die Stadt war störend, verwirrend, bedrückend. Man gewöhnte sich an einen anderen Rhythmus, wenn man in der Vorstadt wohnte. Was schadete es, wenn man nicht auf dem laufenden war? Dafür gab es Entschädigungen – wie warme Hauspantoffeln, das Radio, das an der Wand hochklappbare Bügelbrett. Sogar die Kanalisation hatte ihre Reize.“
(Henry Miller, ,,Plexus“)