Archiv für Mai 2011

Nur mal so nebenbei: Die Rote Zora …

___________________________________________________________
___________________________________________________________
rote zora
(Quelle: en.wikipedia.org)
___________________________________________________________
___________________________________________________________

… und einige Gedanken, die nicht erst neu gedacht werden müssen:

Wir beschränken uns […] nicht auf Strukturen direkter, d.h. augenscheinlicher Frauenunterdrückung. Als Frauen sind wir ebenso von den gesellschaftlichen Gewaltverhältnissen insgesamt betroffen, ob es sich nun um Stadt- oder Umweltzerstörung handelt oder um kapitalistisch organisierte Produktionsformen, also Verhältnisse, denen auch die Männer ausgesetzt sind. Wir wollen keine »linke« Arbeitsteilung nach dem Motto: die Frauen für die Frauenfragen, die Männer für allgemeine politische Themen. Die Verantwortung für die Veränderung unseres Alltags lassen wir uns nicht nehmen!

Es gibt auch immer wieder nervige Diskussionen. Denn die Männer, die ansonsten ihren radikalen Bruch mit diesem System in eine konsequente Praxis umsetzen, sind oft erschreckend weit davon entfernt, zu begreifen, was antisexistischer Kampf heißt und welche Bedeutung er für eine sozialrevolutionäre Perspektive hat. Es ist unter uns Frauen auch umstritten, wo die Grenzen sind, an denen uns die Zusammenarbeit stärkt oder unseren Frauenkampf lähmt.

___________________________________________________________
___________________________________________________________
mackertum
(Quelle: aua.blogsport.de)
___________________________________________________________
___________________________________________________________

Die Schwierigkeiten fangen für uns da an, wo feministische Forderungen dazu benutzt werden, in dieser Gesellschaft »Gleichberechtigung« und Anerkennung zu fordern. Wir wollen keine Frauen in Männerpositionen und lehnen Frauen ab, die Karriere innerhalb patriarchaler Strukturen unter dem Deckmantel des Frauenkampfes machen. Solche Karrieren bleiben ein individueller Akt, von dem nur einige privilegierte Frauen profitieren. Denn die Verwaltung, die Gestaltung der Macht wird Frauen in dieser Gesellschaft nur gewährt, wenn sie in diesen Positionen Interessen der Männer vertreten oder der jeweilige Aufgabenbereich Fraueninteressen gar nicht erst zuläßt.

___________________________________________________________
___________________________________________________________
Ministerinnen
(Quelle: ensdetunis.blogspot.com)
___________________________________________________________
___________________________________________________________
Ebeling
Die ehemalige ,,Gleichstellungsbeauftragte“ Monika Ebeling der Stadt Goslar, Niedersachsen über ,,[…] Bitterfotzigkeit [… :] Ohne diese lebt es sich glücklicher und entspannter – erst recht in einer Partnerschaft!“
(Quelle: geschlechterdemokratie.files.wordpress.com)
___________________________________________________________
___________________________________________________________

Von der Frauenbewegung zu sprechen, finden wir falsch. Einerseits wird unter Frauenbewegung verstanden, was aus den alten Strukturen resultiert und davon übriggeblieben ist, von Projekten, Treffs bis hin zur Mystik. Es gibt viele Strömungen, die sich jedoch nicht fruchtbar ergänzen, sondern teilweise ausschließen und bekämpfen. Andererseits gehen neue politische Impulse von anderen Zusammenhängen aus, in denen sich Frauen als Frauen ihrer Unterdrückung bewußt werden, die radikal patriarchale Strukturen in Frage stellen und im Interesse der Frauen Politik machen – z.B. die Frauen in Lateinamerikagruppen, im Häuserkampf, in antiimperialistischen Gruppen. Deswegen stimmt auch der Satz: die Frauenbewegung ist tot, es lebe die Frauenbewegung! Denn die Frauenbewegung ist keine Teilbewegung wie die AKW-Bewegung oder der Häuserkampf, die sich überleben, wenn keine AKWs mehr gebaut werden und Spekulationsobjekte nicht länger zur Verfügung stehen. Die Frauenbewegung bezieht sich auf die Totalität patriarchaler Strukturen, auf deren Technologie, deren Arbeitsorganisation, deren Verhältnis zur Natur und ist damit ein Phänomen, das nicht mit der Beseitigung einzelner Auswüchse verschwindet, sondern erst in dem langen Prozeß der sozialen Revolution.

Die Rote Zora, Emma-Interview 1984
(Quelle: nadir.org)

,,Let’s rape!“ oder: Warum Medien es eineM so leicht machen.

Das Thema Vergewaltigung und sexuelle Nötigung: Schön, dass wir mal wieder darüber reden. Schlimm, dass es medial immer nur als Verteidigungsplädoyer mächtiger Männer aufgerissen wird. Dabei fiel mir eine Aussage der Online-Taz auf, die in einem der ersten Artikel über diesen Fall fiel:

Strauss-Kahns Image als Schürzenjäger und Schwerenöter war hinreichend bekannt. Er hätte wissen müssen, dass er solche Anschuldigungen nicht aus der Welt schaffen kann – seien diese berechtigt oder nicht. Die Folgen hat er sich in erster Linie selber zuzuschreiben.

Was hat das ,,Image als Schürzenjäger und Schwerenöter“ damit zu tun, dass man mit Frauen gegen ihren Willen sexuellen Verkehr hat oder sie nötigt? Was Strauss-Kahn mit anderen Frauen im gegenseitigen Einverständnis macht, ist seine private Angelegenheit. Was mich anwidert: dass ein Saubermann-Image geholfen hätte, diese schweren Vorwürfe schneller aus der Welt zu schaffen, weil medial immer nur interessiert, wie ,,moralisch“ sich jemand zeigt, d.h. wie verhaftet an eingestaubten vertrockneten Moralvorstellungen, die noch aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen.

Unsterblich, weil deutsch.

Diese Seite habe ich vor kurzem im WWW gefunden und finde sie derartig skurril, dass ich sie niemandem vorenthalten will. Kurz: Nazis sind schon ein komischer Haufen. Dennoch ist es durchaus empfehlenswert, Nazis zu beobachten, v.a. wenn man schon lange nichts mehr zu lachen hatte.

Nazi

Welchen bedeutenden Fragen gehen die Nazis hier nach! Der Frage nach der Unsterblichkeit, der Rettung vor dem Tode, vor dem Vergessen! Ich finde durchaus, man sollte kurz innehalten. Um sich den Bauch zu halten vor Lachen. Und außerdem sollte ich mir dringend einen deutschen Pass besorgen, zwecks Lebensverlängerungsmaßnahme.

Achja: Kluges Detail, das ich wage, anzufügen. Denn Nazis sind auch Aufklärer:

Unsterblich ist derjenige, der in seinen Kindern und Kindeskindern weiterlebt. Das liegt daran, dass über 80 Prozent des menschlichen Verhaltens erblich bedingt sind. Nun sind die Angehörigen eines Volkes genetisch viel enger verwandt, als man es zunächst annimmt. Dass aber Millionen Deutsche von einstmals wenigen Deutschen abstammen, wird schon klar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es Unsinn wäre, sich vorzustellen, jeder hätte zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern und so weiter – es hat schließlich vor Jahrhunderten nicht viele Millionen Deutsche mehr gegeben als heute, sondern viele Millionen weniger. Deshalb muss es also für sehr viele heute lebende Deutsche sehr wenige Vorfahren geben. Dass dieser Erbfaden überhaupt Bedeutung hat, wird daran erkennbar, dass Menschen unserer Art über Jahrhunderte so gut wie alles hervorgebracht haben, was uns heute umgibt, was wir täglich nutzen, was wir nicht missen wollen. DIE UNSTERBLICHEN wollen, dass ihre eigenen Kinder und mit ihnen alle Deutschen in allen künftigen Generationen Anteil an diesem Erbe haben können und es nicht nur verwalten (wie es auch jeder fremde Einwanderer könnte), sondern weiterentwickeln. Nur so haben die Ideen, die Taten, die Opfer und auch die vielen Toten unserer Ahnen einen Sinn für alle Zukunft. Um diese Zukunft geht es uns. Solange sie besteht, sind wir unsterblich.

Ich brauche nicht nur einen deutschen Pass und verdeutschte Gene, sondern muss unbedingt schwanger werden!

Das Spiel

Zerbrich die Laute,
zerbrich das Altbekannte;
das Spiel, zu dem wir
nicht mehr singen wollen.

Der Tag ist noch jung.
Wir wollen weiter;
neue Instrumente lernen.
Wir wollen, dass fremde Lieder
durch unsere Lippen nicht mehr so fremd klingen.

Wir wollen neue Worte lernen
und ein neues Alphabet errichten,
nach dem wir
die Grenzen unserer Welt bestimmen.