Archiv für Dezember 2011

Schöne Feiertage …

Gefunden: Engagierter Blog rund um das Thema Kinderrecht und Kinderheim

Das muss ich schnell noch vorstellen, bevor ich jetzt irgendwann in die Winterpause steige: den Blog von Dierk Schaefer. Nach einer intensiven Google-Suche über das Thema ,,Heimkind“ wollte ich mich bereits resigniert geben. Die Öffentlichkeit scheint ,,reduziert“ zu sein auf die Themen ,,ehemalige Heimkinder“ und Sensationsbiografien wie ,,Vom Heimkind zum …“ (z.B. ,,Vom Heimkind zur Sexgöttin- Marilyn Monroe“). Aber vor allem interessiert mich, wie heute die Situation von Heimkindern ist. Und bemerke, wie schade es ist, dass Kinder sich noch viel zu wenig organisieren (können).

Auf Seite 20 bei Google fand ich dann endlich, was ich suchte: Einen Blog, der die Heimkindthematik von früher und von heute gleichermaßen aufnimmt, täglich gleich mehrmals berichtet, was anfällt (und dabei Artikel und Studien findet, die ich einfach nicht sehe) und dabei auch Verknüpfungen setzt über die Heimkindthematik hinaus: Wie sieht es zum Beispiel mit Kindern aus, die hier in Deutschland Asyl bekommen? Wie steht es um ihre Rechte?

Einen herzlichen Dank an den Blog jedenfalls für das Engagement! :-)

Twilight und das Begehren

Über das Begehren der Bella Swan. Einen wunderschönen vorurteilsfreien Blick auf das Kulturphänomen ,,Twilight“ gibt es bei Womanist Musings.

Depressionen und Zimtsterne …

… eine unwiderstehliche Mischung. Ich werde demnächst eine kleine Blogpause einlegen, Kekse mampfen und ein Rezept für vegane Kohlrouladen ausprobieren, die es dann am Weihnachtsabend geben wird. Ich finde es schön, dass wir uns in unserer WG eine kleine Familie zusammengestellt haben, die offene Türen hat für andere Menschen, und dass ich mit diesen Menschen einen wunderschönen 24.Dezember verbringen werde. Ich freue mich so auf den Schnee. Und nach dem Weihnachtsabend mit den Freunden und der selbstgewählten Familie geht es zu meiner christlichen Gemeinde, in eine total andere Welt, scheint es.
Aber vielleicht ist das Geheimnis, nichts entwerten zu lassen, vor allem durch den eigenen Verstand, der sovielen Dingen so schnell den Zauber rauben will. Ich will den Dingen ihren Zauber zurückgeben. Auch wenn soviele Dinge einen traurig machen.

sterne
(Quelle: tumblr)

Jugendamt und Kinderheim

Die Kontext:Wochenzeitung hat gleich zwei Artikel gebracht über den Sozialpädagogen Hartmut Gerger aus dem Stuttgarter Jugendamt.

Disney

Gefunden bei allophilia: Was Disney uns über Frauen zu erzählen hat.

prinzessinnen

Sexismus, das alte zweischneidige Schwert …

prinzen

Was Sterbende bereuen.

Gefunden bei DontYouBelieveTheHype: Ein Blogeintrag über die fünf Dinge, die viele Sterbende bereuen.

Gleichgültigkeit in Aktion.

Meine Gleichgültigkeit in letzter Zeit geht mir auf die Nerven. Ja, Ninia LaGrande: Manchmal ist mir so vieles so egal. Ich habe für alles eine Antwort, darum muss ich nicht lange überlegen. Ich habe für alles eine Antwort, also geht mir nichts zu nahe, da ja schon längst abgefertigt. Ich habe für alles eine Antwort, also bleibt jede Diskussion, jedes Gespräch mit einer anderen Person per se unfruchtbar.
Ich behandle meine feministische Einstellung wie einen Panzer gegen die Gewehrschüsse jedweder Argumentation. Manche feministischen Grundsätze haben sich schon so in mir verankert, dass ich nicht an ihnen rütteln lasse, und mich innerlich von meinem Gegenüber schon abgewandt habe, während er noch redet. Ich behandle meine feministische Einstellung wie einen Freifahrtschein; damit sei mir der Zutritt in ein jede kritische Runde erlaubt. Ich missachte und trete, was andere Frauen vor mir erreicht haben, indem ich das Erreichte wie die tägliche Kleidung anziehe und mich dann wieder ins Bett lege, mich umdrehe und einschlafe, anstatt loszuziehen und weiterzukämpfen, mich hinterfragen zu lassen, anzustoßen.
Ich streite und diskutiere und gehe mit komplizierten Fragestellungen um, aber in mir herrscht Gleichgültigkeit. Es ist wie das Alphabet, das ich auswendig gelernt habe: KapitalismusistschlechtWirbraucheneineAlternativeGegenLeistungsgesellschaftundVerwertungVeganismusisttollTierausbeutungistscheißeGehdochliebercontainernInstitutionalisierteMännlichkeitistscheißeFrauenwehrteuchFeminismuss!KampfKampfKampfNazisrausFürFriedenundinternationaleSolidaritätGegenRassismusundFremdenhassNobordernonationstopdeportation …
Es ist da alles drin in diesem Kopf. Und eröffnet sich ein neues Themengebiet, dann hüpfe ich da gleich hinein, dann eigne ich mir dieses Thema an, dann rede ich da mit. Aber ich suche mir manchmal die Ansicht, die gerade nett erscheint, und vertrete die. Und manchmal wiederhole ich nur Schlagwörter. Manchmal fällt mir das nicht auf. Aber ich reproduziere Argumente anderer Menschen, immer und immer wieder, und entwickle mich nicht weiter. Und mir erscheint so auch jede Diskussion: Sie führt nicht weiter. Weil ich nicht zuhöre. Weil ich bei dem Wort ,,Kapitalismus“ schlagartig und maschinenhaft herunterleiere: Alternative bla bla. Und Nazis sind verblödete Dorftrottel, die marschieren und veraltete Parolen schreien. Es geht so einfach schubladisiert. Und ich tue das nicht, weil es einfacher damit ist, das Leben zu sortieren, sondern weil es mir manchmal schlicht gleichgültig ist. Nazis gehen an meinem Leben vorbei. Für mich sind das Exoten aus einer anderen Welt. Ich erinnere mich an die Blockade in Dresden, wo ich ständig den Kopf gehoben habe, um auch nur ja einen von ihnen zu sehen (Ich hab übrigens keinen gesehen). Für andere sind Konfrontationen mit Nazis brutale Realität. Die sind nicht gleichgültig. Ich bin es und bin es leider sooft und wenn das Schlagwort ,,Antifa“ auftaucht, schlagworte ich zurück: ,,Männerverein“ und denke nicht weiter nach.
Heute hat mich einer in der Diskussion weiter gezwungen als bisher andere und vor meinen Augen zerbröckelten meine schönen Argumente. Nicht, weil sie an sich nicht logisch oder gerechtfertigt waren. Aber weil sie so oft (zugegeben gutbestückte und reichverzierte)Fassaden waren, die meine eigentliche Gleichgültigkeit und den Hang, so vieles einfach abzufertigen, verbergen sollten. Ich gehe auf Vorträge und latsche auf Demos mit und kümmere mich um Vernetzung und könnte den Vorwurf der Gleichgültigkeit weit von mir weisen. Und erkenne, dass diese meine politische Aktivität die größte Fassade ist, weil sie die unglaublich leere Stelle in meinem Innern verdeckt. Wo ich einst Menschen und ihre Lebensituationen verstehen wollte, will ich heute Phrasen von ihnen hören, um ihnen wiederum meine Phrasen zu entgegnen. Wo ich noch an ein gutes Leben für alle mitwerkeln wollte, reihe ich auf, was studierte und gelehrte Menschen denn über Macht und Politik und so einen Scheiß verzapft haben. Ich nehme nicht wirklich teil an diesen Dingen, ich lasse mich stellvertreten und wenn mensch mich fragt, wiederhole ich die Aussagen meines Stellvertreters. Ich latsche mit, aber es könnte auch eine ganz andere Person da marschieren, für die Demo ist das egal.
Es sollte aber nicht egal sein. Es sollte nicht egal sein, dass gerade ich an einer Aktion teilnehme, oder gerade ich mit gerade dieser Person ein Gespräch führe. Wenn es das aber weiterhin bleibt, kann ich nicht mehr leugnen, dass es eine Leere in mir erzeugt, die mich auffrisst, die mich wahnsinnig werden lässt an meiner Unfähigkeit, irgendetwas in dieser Welt zum Guten hin zu verändern, die mich immer öfter als Figur in einem undurchsichtigen Spiel enttarnen wird: eine gesichtslose Figur ohne Eigenheit, ohne Farbe, ohne Rückstände. Und letztendlich ohne je wirklich was gesagt zu haben.

Aus der Rubrik ,,Was damals geschah und mir nicht auffiel und mir jetzt auffällt“

Ich brilliere darin, dass mir merkwürdige Dinge erst Jahre später auffallen; zum Beispiel dieses Schreiben von Alice Schwarzer, das sie 2009, also mitten in der Krise, unter dem Titel: ,,Die Liaison“ in der EMMA veröffentlichte:

Als Verlegerin von EMMA freue ich mich von Herzen, Ihnen heute eine gute Nachricht verkünden zu können: Die BILD-Zeitung ist beim EMMA-Verlag eingestiegen! Genauer gesagt: Chefredakteur Kai Diekmann persönlich ist bei uns Gesellschafter geworden. Damit wächst zusammen, was zusammen gehört: „Deutschlands größtes und kleinstes frauenfreundliches Blatt“, wie Diekmann es flott formulierte. Was stimmt. Wenn auch mit unterschiedlichem Ansatz. EMMA geht das Ganze ja eher ernst an, BILD eher spielerisch (wie mit dem „Girl von Seite 1″). Doch in Zeiten der Krise ist es gut, wenn frau und man zusammenrückt. Auch erhoffen wir uns vom Kollegen Diekmann so manche An- und Aufregung – hat er doch schon anno 2004 bei der taz als Chefredakteur die Auflage des schwächelnden Blattes für einen Tag auf die Rekordhöhe von 100.000 Exemplaren schnellen lassen. Etliche unter Ihnen sind von diesem Schulterschluss vermutlich nicht so überrascht. Bewegt es doch gerade die edelsten und kritischsten Federn der Nation seit nunmehr zwei Jahren, dass im Sommer 2007 im Rahmen einer Image-Kampagne von BILD auch mein Foto auftauchte („Jede Wahrheit braucht eine/n Mutige/n, der/die sie ausspricht“). Das war, Sie haben es geahnt, der Anfang einer Liaison. Sie wollen wieder protestieren? Wohlan (Hallo, BILD-Blog!) Dann aber bitte direkt an die Verantwortlichen der taz schreiben. Denn nicht etwa bei EMMA, sondern bei der taz hat sich der bekennend stockkonservative und tiefschwarze Kai Diekmann im Mai als Gesellschafter eingekauft (Diekmann nennt das eine Liaison zwischen „Deutschlands größter und kleinster Boulevardzeitung“). „Mit dem Genossenmodell hält sich die anzeigenarme Zeitung über Wasser“, kommentierte die Süddeutsche Zeitung einfühlsam und wusste von einem „mittleren vierstelligen Betrag zu berichten, den Diekmann investiert habe. Etwa 5.000 Euro also? Für eine Zeitung weniger als Peanuts. Hier geht es also eher um den symbolischen Wert der Liaison. Die taz liebt BILD – und BILD liebt die taz. Davon haben beide etwas – wenn auch Diekmann unendlich viel mehr. Wie cool: Ein Konservativer, der keine Berührungsängste mit den Linken hat; ja, sie gar regelrecht vorführt. Und wie korrupt: Linke, die sich von dem BILD-Chefredakteur öffentlich umarmen lassen. Korrupt, aber nicht unlogisch. Schließlich haben die beiden schon oft gemeinsame Sache gemacht: Bei der Menschenhatz im Namen ihrer gerechten Sache ebenso wie bei der Propagierung von Pornografie & Prostitution. Und das alles im Namen der Emanzipation, versteht sich. Die SZ schließt ihrem Kommentar zur BILD-taz-Liaison mit der Hoffnung: „Mal sehen, was er als Genosse so bewegen kann.“ Da bin ich aber auch mal gespannt. Alice Schwarzer

[Unheimlich peinlicher Ausfall. Habe den Text hier gelöscht, weil falsch nachgelesen. Bämbäm … Wer wissen will, was hier stand, weil das ungeschriebene Bloggergesetz doch sagt, du sollst nicht löschen, der darf sich bei mir melden und sich Ausreden anhören :-) ]
Banane, sag ich da nur.
banane
(Quelle: tumblr)

Petersberger Konferenz

Artikel über die diesjährige Petersberger Konferenz in Bonn und den Afghanistankrieg, von der Informationsstelle Militarisierung.

Afghanistan-Demo und Ströbele-Ei

Gehört habe ich von Ströbele zugegeben erst vor ein paar Wochen: Auf Fefe’s Blog bekam der Bundestagsabgeordnete der Grünen ordentlich was ab, weil er zwei Kinder wegen ,,gefährlicher Körperverletzung mittels einer Waffe“ anzeigte.
[Berichtigung 7.12.2011: seine Frau zeigte die Kinder an; danke an Karnele für den Hinweis]
Passiert war, dass Ströbele und seine Frau bei Heddesheim sich gerade in dem Teil eines Sees befanden, in dem Schwimmen verboten war. Zwei Kinder schossen mit einer Futterschleuder Futter ins Wasser und trafen dabei wohl (versehentlich, so die Jungen) die schwimmende Frau Ströbele.
Ehrlich gesagt, als ich dann auf der Demo gegen den Afghanistankrieg in Bonn stand und miterlebte, wie die Massen vorne S. ausbuhten, dachte ich zuerst, sie täten es aus Solidarität den zwei Jungen gegenüber. Im kurzen Moment dieser Täuschung freute ich mich darüber, dass eine meiner Ansicht nach unfaire Anzeige gegenüber Kindern in der Öffentlichkeit so wahrgenommen wurde.
Aber darum ging es gar nicht, wie mir jemensch mitteilte. Stattdessen war wohl eine Anzahl Menschen auf dem Platz der Meinung, Ströbele sei als Mitglied der Grünen vor allem in der Funktion da, Wähler und Anhänger bei der Stange zu halten, die noch auf einen pazifistischen Flügel in der Partei hoffen. Dabei buhte auch keineswegs der ganze Platz; als abgestimmt wurde, wer Ströbele reden hören wollte, waren auf dem Platz viel mehr, die ihn hören wollten, als solche, die dagegen waren.
In den Kommentaren von linksunten.indymedia wird darauf hingewiesen (mit dem Verweis auf einen Spiegel-Artikel von 2001), dass Schröder die Vertrauensfrage damals, die er mit dem Afghanistaneinsatz verknüpfte, nur gewonnen hat, weil ehedem acht Kriegsgegner innerhalb der Grünen einen Kompromiss schlossen, wobei vier symbolisch für und vier symbolisch gegen den Krieg stimmten, um die Fortsetzung von Rot-Grün nicht zu gefährden.
Marc-Uwe Kling singt das so schön:

Früher da gabs noch keine grüngelbe Mitte
da verteilte Professor Fischer noch persönlich Tritte
Doch die Blumenkinder,
wer konnt‘ es ahnen?-
gingen den Weg aller Bananen …
heute grün und morgen gelb
und übermorgen schwarz – – -

Das schreibe ich u.a. auch, weil ich aus Baden-Württemberg bin.

Gefunden:

Vegans of Color! Und dazu der Untertitel des Blogs, der mir ungemein gut gefällt: ,,Because we don’t have the luxury of being single issue!“ Yeah :-) Hier ein Videobeitrag über Menschenversuche an schwarzen Sklavinnen vom ,,Vater“ der amerikanischen Gynäkologie, J.Marion Sims.

Intersections: Black female slave vivisection, non-human animal experimentation, and the foundation of Western gynecology from Sistah Vegan on Vimeo.