Aus der Rubrik ,,Was damals geschah und mir nicht auffiel und mir jetzt auffällt“

Ich brilliere darin, dass mir merkwürdige Dinge erst Jahre später auffallen; zum Beispiel dieses Schreiben von Alice Schwarzer, das sie 2009, also mitten in der Krise, unter dem Titel: ,,Die Liaison“ in der EMMA veröffentlichte:

Als Verlegerin von EMMA freue ich mich von Herzen, Ihnen heute eine gute Nachricht verkünden zu können: Die BILD-Zeitung ist beim EMMA-Verlag eingestiegen! Genauer gesagt: Chefredakteur Kai Diekmann persönlich ist bei uns Gesellschafter geworden. Damit wächst zusammen, was zusammen gehört: „Deutschlands größtes und kleinstes frauenfreundliches Blatt“, wie Diekmann es flott formulierte. Was stimmt. Wenn auch mit unterschiedlichem Ansatz. EMMA geht das Ganze ja eher ernst an, BILD eher spielerisch (wie mit dem „Girl von Seite 1″). Doch in Zeiten der Krise ist es gut, wenn frau und man zusammenrückt. Auch erhoffen wir uns vom Kollegen Diekmann so manche An- und Aufregung – hat er doch schon anno 2004 bei der taz als Chefredakteur die Auflage des schwächelnden Blattes für einen Tag auf die Rekordhöhe von 100.000 Exemplaren schnellen lassen. Etliche unter Ihnen sind von diesem Schulterschluss vermutlich nicht so überrascht. Bewegt es doch gerade die edelsten und kritischsten Federn der Nation seit nunmehr zwei Jahren, dass im Sommer 2007 im Rahmen einer Image-Kampagne von BILD auch mein Foto auftauchte („Jede Wahrheit braucht eine/n Mutige/n, der/die sie ausspricht“). Das war, Sie haben es geahnt, der Anfang einer Liaison. Sie wollen wieder protestieren? Wohlan (Hallo, BILD-Blog!) Dann aber bitte direkt an die Verantwortlichen der taz schreiben. Denn nicht etwa bei EMMA, sondern bei der taz hat sich der bekennend stockkonservative und tiefschwarze Kai Diekmann im Mai als Gesellschafter eingekauft (Diekmann nennt das eine Liaison zwischen „Deutschlands größter und kleinster Boulevardzeitung“). „Mit dem Genossenmodell hält sich die anzeigenarme Zeitung über Wasser“, kommentierte die Süddeutsche Zeitung einfühlsam und wusste von einem „mittleren vierstelligen Betrag zu berichten, den Diekmann investiert habe. Etwa 5.000 Euro also? Für eine Zeitung weniger als Peanuts. Hier geht es also eher um den symbolischen Wert der Liaison. Die taz liebt BILD – und BILD liebt die taz. Davon haben beide etwas – wenn auch Diekmann unendlich viel mehr. Wie cool: Ein Konservativer, der keine Berührungsängste mit den Linken hat; ja, sie gar regelrecht vorführt. Und wie korrupt: Linke, die sich von dem BILD-Chefredakteur öffentlich umarmen lassen. Korrupt, aber nicht unlogisch. Schließlich haben die beiden schon oft gemeinsame Sache gemacht: Bei der Menschenhatz im Namen ihrer gerechten Sache ebenso wie bei der Propagierung von Pornografie & Prostitution. Und das alles im Namen der Emanzipation, versteht sich. Die SZ schließt ihrem Kommentar zur BILD-taz-Liaison mit der Hoffnung: „Mal sehen, was er als Genosse so bewegen kann.“ Da bin ich aber auch mal gespannt. Alice Schwarzer

[Unheimlich peinlicher Ausfall. Habe den Text hier gelöscht, weil falsch nachgelesen. Bämbäm … Wer wissen will, was hier stand, weil das ungeschriebene Bloggergesetz doch sagt, du sollst nicht löschen, der darf sich bei mir melden und sich Ausreden anhören :-) ]
Banane, sag ich da nur.
banane
(Quelle: tumblr)