Schuldgefühle originally made by Catholic Church

Langeweile an düsteren Sonntagabenden, anyone? Kath.net und Kreuz.net können dabei wirksam unterhalten. Den Hasspredigerstil von Kreuz.net dürfte jede*r von uns kennen. Wer glaubt, das ernsthaft erscheinendere Kath.net, das sich mit seinen Richtlinien am katholischen Lehramt orientiert, würde dabei an BILDhaftigkeit einbüßen, irrt: Wenn dort auch eher selten schmeichelnde Rhetorik vorherrscht wie ,,Gomorrhisten“, ,,Homo-Pervertierte“, ,,bedrückende Türkenflut“ oder der ,,Babycaust“. Dafür darf mensch sich dann mit Moralschnulzen auseinandersetzen wie dem sogenannten ,,Tagebuch eines ungeborenen Babys“. Kath.net kommentiert hoffnungsfroh über dessen Verbreitung:

Nach dem Lesen dieses Textes haben sich schon viele junge Frauen dazu entschieden, ihr Kind zu behalten.

Wie immer halten Abtreibungsgegner ihre Argumente schön unpolitisch und immer im persönlich-ethischen Rahmen: Mutter und Kind als immerwährende harmonische Einheit, in der sich die bewusst abtreibende Mutter nur als Monster entpuppen kann. Mit einem solchen Denken KANN ein Abtreibungsverbot nur Lebensschutz sein. Aber Mutter und Kind in einen gesellschaftlichen Rahmen zu setzen und darüber nachzudenken, was es bedeuten würde, wenn wie früher Familie, Vater, Ehemann, Staat darüber entscheiden, was mit dem Körper einer Frau passieren darf – dieser Überlegung gehen sie nicht nach. Der Körper der Frau dient immernoch als moralisches Schlachtfeld: Dieses Bild zieht bis heute Menschen, Männer wie Frauen, in die radikaleren Kreise der Religiösität, die nicht von alten Projektionen lassen wollen, von der Objektivierung des weiblichen Körpers, von dessen Sündhaftigkeit und der Regulierung dieser Sündhaftigkeit.

P.S.: Das Baby ist natürlich ein blonder, blauäugiger Engel …


Ein abgetriebenes Kind verzeiht seiner Mutter. Mit Appellen an das schlechte Gewissen gegen die Vorstellung, dass Frauen selbstbestimmt mit ihrem Körper umgehen dürfen.