Archiv für März 2012

Anderer Polizeiprozess, same ‚‘Rechtstaat“

Anderer Prozess bezüglich Polizeigewalt. Ähnlicher Kackscheiß. Link

Sexuelle ,,Moral“ in der Bibel

Wer die Bibel wörtlich nimmt, wird Schwierigkeiten mit ihrer sexuellen Moral bekommen. Die legitimiert nämlich Polygamie, Sexsklaven und Vergewaltigung. Sehr guter Artikel auf Alternet.

Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland

Was in Petersburg schon verboten ist, soll auch für ganz Russland gelten: über Homosexualität zu sprechen.

Anglikaner über Minderheitenrechte

Minderheitenrechte bedrohen die Gesellschaft, so der Anglikaner-Chef aus England.

Polizistenprozess

Polizist soll seine Frau ermordet haben und wurde bereits wegen Kinderpornografie und schwerer Brandstiftung verurteilt. Link

Racial Profiling legalisiert

Racial Profiling jetzt legal. Link

Grün-Rote Regierung in BW bricht Wahlversprechen/ Versuche an Primaten gehen weiter

Primatenversuche in Baden-Württemberg gehen weiter. Kennt ihr ein Wahlversprechen von Rot-Grün, das eingelöst wurde? Link

Verhütung für Männer

Ein sehr wirkungsvolles Verhütungsmittel … für Männer (yay)! Gefunden bei techcitement.

Rufmord an Trayvon Martin

Trayvon Martin ist tot … und die Medien beeilen sich, ihn als Verbrecher darzustellen. Erinnert mich irgendwie an DSKs Hotelausflug.

Antifa, so weiß wie der Schnee

Ich habe vor kurzem den Text über Antifa-Kritik verlinkt, den Women und People of Color (POC) als offenen Brief an die Veranstalter von ,,Dresden nazifrei“ schickten.

Wer sich aufregen möchte über privilegierte weiße Jungs, die Kritik an ,,ihrem“ Antifaschismus nicht ernst nehmen, dem sei hiermit empfohlen, sich die Kommentare auf Sookees Facebookseite anzusehen. Sehr lehrreich. Die Facebookseite ist auch ohne Account zu erreichen. Hier nur zwei Zitate:

,,Felix Fernandez“:

Nochmal, mein Hauptproblem mit diesem und anderen Texten ist die Position aus denen diese oft geschrieben sind: Ganz weit oben auf einer Wolke der moralischen Erhabenheit. Und die nehme ich nun mal keinem Mensch ab, tut mir leid. Und auf diese Weise wird ganz sicher niemand überzeugt.
Die Arroganz mit der hier Leuten begegnet wird, die in dem Text nicht die reine Wahrheit sehen, steht wieder auf nem anderen Blatt. Die ist halt typisch linksdeutsch.

eine Gruppe von, dem Text zufolge, sehr gebildeten Menschen die sich arroganterweise herausnimmt für alle Opfer von Rassismus zu sprechen. Und jetzt?!

,,Johnny Hohenzollern“:

Wenn nicht kritisiert wird, WIE etwas „zerfetzt“ wird, sondern nur DASS ein „Erfahrungsbericht“ nur, weil ihn – angeblich – „PoC“ verfasst haben, nicht als allgemeingültige Wahrheit angenommen wird, ist antikritischer Blödsinn. So kommt auf jeden Fall keine Diskussion zustande.Aber hey: Rassismus erklären und kritisieren ist sowieso nicht das Ding von Critical Whiteness-Spacken. Dann würde man nämlich etwas anderes machen, als sich den lieben langen Tag mit den allerkonkretesten Formen, wie jener sich im Alltag äußert, beschäftigen.P.S.: Bevor mich hier irgendeine Dreadlock-Frau als „weißen Antifa-Macker“ bezeichnet: an der Bezeichnung wäre exakt garnichts richtig. Für R a s s i s t e n wie euch ist die Hautfarbe der Person, die etwas äußert, ja leider wichtiger als das, was gesagt wird, daher muss man sowas anscheinend dazu schreiben, um überhaupt ernstgenommen zu werden.

Ist linksdeutsch jetzt das neue ,,faschistisch“? Vermutlich unter Anti-D’s. Und ja, von Rassismus Betroffene haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als auf einer Wolke moralischer Erhabenheit zu sitzen. Und zu analysieren, dass in einer sich emanzipatorisch bezeichnenden Gruppe genau dieselben Machtverhältnisse herrschen wie in der nicht-emanzipatorischen Gesellschaft um die Gruppe herum, ist nur Zeitvertreib. Lasst euch den Spaß nicht verderben!

,,Antikritischer Blödsinn“, ,,ein Erfahrungsbericht nur ,weil ihn – angeblich „PoC“ verfasst haben“, ,,Critical Whiteness-Spacken“, ,,irgendeine Dreadlock-Frau“, ,,Für R a s s i s t e n wie euch“ …

Trayvon Martin/ Im Gedenken an einen schwarzen Jungen


Quelle: tumblr

Miss Universe Canada wegen Transsexualität disqualifiziert

Getwittert von Kübra: Miss Universe aus Kanada disqualifiziert als herauskam, dass sie transsexuell ist.

EU-Forschungsprojekt ,,Indect“ und die Überwachung

Zitat aus Focus Online:

Erst auf Anfrage des Europäischen Parlaments kam ans Licht, was sich Polizisten unter „abnormal“ vorstellen: Verdächtig ist jemand, der rennt oder lärmt, im öffentlichen Nahverkehr auf dem Fußboden sitzt oder dort sein Gepäck vergisst. Indect soll auch dann aktiv werden, wenn Personen herumlungern oder in der Fußgängerzone gegen den Strom laufen.

Gefunden bei annalist.

Deutscher Antifaschismus ist weiß.

,,Gegen Nazis sein“ reicht nicht. Kritik am weißen Antifaschismus bei karano.

Folter an Afrikaner

Wien: Polizei-Folter an Afrikaner ist ,allgemein begreiflich‘ und daher mildernd …

Ich habs getan ! *zwitscher*

… und bin jetzt auch auf Twitter zu finden. Und entdecke spannende Dinge, die für Millionen andere Menschen schon seit Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Wie schön :-)

Dazu kommt ein Profilbild, das unübertreffbar ist in seinem Nervpotenzial, ihr werdet’s sehen!

Was Batman macht, wenn keine*r hinguckt

Batman hat auch ein Leben! Gefunden beim Kotzenden Einhorn :-)

Europol und die ,Terrorismus‘-Gefahr

Europol definiert Terrorismus neu: Zum Beispiel in verkehrspolitischen und No-Border-Aktivisten. Wer da u.a. mitschnüffelte: Simon Bromma.

Befreiungstheologie oder: Was ist emanzipatorisch an Religion?

,,Es gibt nichts Emanzipatorisches an Religion.“ (Freund von mir)

,,Religion ist voller Opiate.“ (Mr. M to the X)

,,Was? Aber ich dachte, du wärst kritisch.“ (Hier Namen einfügen)

Angekommen im Atheismus-Wunderland, wo jede naiv guckende Alice schnell auf die Grinsekatze trifft, balanciere ich mich durch die Gebüsche linker Theorie …
Um mich herum der Singsang eifriger ,,Wir glauben an keinen Gott“-Gebete.

Meine christliche Gemeinde war irgendwo zwischen charismatisch und evangelikal und ihr stärkster Bezugspunkt waren die Urchristen. Hochpolitisch war meine Gemeinde. So stark dass sie von sich selbst behauptete, unpolitisch zu sein. Und mit ihrer Behauptung, Fremde auf Erden zu sein, uralte konservative und reaktionäre Werte tradierte.

Ich bin da raus. Oh ja, feministische MitleserInnen: Nicht wegen dem ,,Herr“ in ,,Herr Jesus“. Aber die Geschichte ist jetzt erstmal langweilig (nachzulesen in ,,Rebellische Jugend. XY bricht aus konservativem Leben aus.“ AutorIn: Voll L. Angweilig).

Während ich im Atheismus-Wunderland mit besagtem Atheismus flirtete, wunderte ich mich über die Parallelen, die es zwischen meiner christlichen und meiner linken Subkultur gab:

1) Alle kleiden sich irgendwie ähnlich
2) Gemeinsames Essen und Essenmachen ist sehr wichtig
3) Ghettoisierung: Alle ziehen in dieselbe Gegend
4) Kennst du die Codes, biste schnell dabei
5) Du brauchst mindestens ein paar Jahre, um die Codes zu kennen
6) Die ,,Aktiven“ sind Herz und Seele der Subkultur
7) Utopien sind wichtiger Teil des Austausches
8) Revolutionär: AnarchistIn/Überwinder; gegen ,,böse Mächte“ auf Erden, gegen dumpfen Mainstream
9) hervorgehobene Ethik: das persönliche Leben als ,,Brief“ an die Menschen, Lifestyle als Verantwortung
10) Missionierung!!!! Diese unglaubliche Papiergläubigkeit. Diese Wirksamkeit, die Menschen in Traktate und Pamphlete hineinlesen!
11) Gemeinsames Essen. Gemeinsames Essen. Gemeinsames Essen.

Und immer wieder auch die gegenseitige Feindlichkeit. ,,Was, wo gehst du hin?“ oder: ,,Wie kannst du das vereinbaren?“

Ja. Wie kann ich das?

Der oben erwähnte Opiate-Experte hat ausgezeichnet über die Doppelnatur der Religion geschrieben:

,,Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.“

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Ist jemenschem aufgefallen, dass der erste Teil nie mitzitiert wird, wenn rote Socken Mr. M to the X benutzen, um gegen Religion zu tröten? Religion kann also Rechtfertigung der bestehenden Weltordnung sein wie auch ein Protest gegen sie.
Das Christentum ist nicht zeitlos, nicht losgelöst von der Welt, sondern unterliegt historischen Wandlungen, so wie ungefähr alles andere auch. Es ist eine kulturelle Form, die sich Menschen hier und gesellschaftliche Kräfte da angeeignet haben, immer wieder neu und anders. Schon Engels zählte das herunter2: erst eine Religion der Sklaven, dann Staatsreligion des Römischen Reiches, dann super angepasst an die Feudalhierarchie, dann ins bürgerliche Leben transferiert. Die Symbolik, an der das Christentum reich ist, wird in jeder Zeit jeweils anders besetzt, wird verzerrt, rot oder lila gefärbt oder durchgewaschen, andere Knackpunkte werden gesetzt, andere Verse, Geschichten, Personen in den Mittelpunkt gerückt.

Und was ist die Befreiungstheologie? Eine Bewegung, die in Lateinamerika in der Zeit der Militärdiktaturen entstand und sich über zahllose Basisgemeinden verbreitete. So katholisch wie kein anderer Kontinent, war die Kirche in Südamerika der einzige Ort, der sich der militärstaatlichen Ordnung in einigen Teilen entziehen konnte. Es gab Priester, Theologen und Bischöfe, die entdeckten, dass die kapitalistischen Verhältnisse, v.a. beschleunigt durch den nordamerikanischen Imperialismus und das Joch der Militärdiktaturen, die Menschen in Not und Elend brachten, den Mittelstand dezimierten, öffentliches Eigentum privatisierten. Daneben der Rassismus weißer und mitteleuropäischer Nachfahren gegenüber den Indigenen und den Nachfahren afrikanischer Sklaven. Und die gesellschaftliche Vorherrschaft der Männer, die doppelte Ausbeutung der Frau. 3

Es hieß, aufzuhören, die Bibel nach der herrschenden Lehre auszulegen, einer Lehre, die Herrschaft legitimiert, gelehrt durch eine Kirche, die die Privilegierten unterstützt und trägt. Und um es mit Ernst Bloch zu sagen, es wurde gesucht nach der ,,Biblia pauperum“4, der Armenbibel, nach Auslegungen, die abweichen von der herrschenden Lehre, nach einer Religion, die sich den Armen, den Unterdrückten, den Außenseitern zuwendet.

Was hat das mit mir heute zu tun? Ich meine, frei von Militärdiktaturen, selber teilhabend an Privilegien, in einem der reichsten Länder der Welt?

Erstmal, dass mein Glaube und meine politische Überzeugung sich nicht gegenseitig auslöschen. Dass Glaube nicht reaktionär sein muss, sondern im Gegenteil ,,Hoffnung wagt“, von einer anderen Welt reden darf und reden will. Aber auch, dass mein Glaube nicht nur eine Art Hülle ist für einen sozialistischen Inhalt, sondern dass ich Mystik erleben kann, will, möchte, eine Beziehung bilden kann zu einem Gott, dessen*deren Bild sich in mir noch auflichten wird. Dass wir von einem Menschensohn reden, der als ,,Immanuel“ angekündigt wurde, ,,Gott mit uns“. Dass mein Glaube jenseitsbezogen seine Kraft verliert und nur im Heute und Hier seine Lebendigkeit entfaltet. Dass ich mich als Christin nicht der Verantwortung entziehen werde.

Weitere Links:
Ratzingers Angst vor der Kirche der Armen
Befreiungstheologisches Netzwerk

  1. Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. (1844). MEW, Bd. 1, S. 378 [zurück]
  2. Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie (1886). MEW, Bd.21, S.305 [zurück]
  3. Greinacher, Norbert (Hg.) (1985): Konflikt um die Theologie der Befreiung. Diskussion und Dokumentation. Zürich/Einsiedeln/Köln. [zurück]
  4. Bloch, Ernst, Das Prinzip Hoffnung, Frankfurt 1985 [zurück]

USA: Anti-Abtreibung die hundertzweimillionste

Nur kurz aus dem wilden Westen: Der Senat von Arizona (USA) hat ein Gesetzesentwurf durchgelassen, das happig ist: Schwangeren Frauen dürfen Informationen vorenthalten werden bezüglich der Gesundheit ihres Kindes, wenn nach der Meinung des Arztes diese Informationen zu einer Abtreibung führen könnten.
Es scheint sich in den Staaten gesetzesmäßig gerade alles in die Richtung zu bewegen, schwangere Frauen, die frei entscheiden wollen, nach allen Regeln der Kunst zu kriminalisieren und in die Enge zu treiben. Informationen vorzuenthalten ist ein weiterer Schritt, Frauen unmündig zu machen. Ich frage mich, wo die Gegenreaktion bleibt.