Archiv der Kategorie 'Mackergedöns'

Wie ich ab jetzt mit Mackern umgehe und denen, die sie unterstützen

Deine Solidarität ist keine. Sie reicht nur soweit, bis es Kritik
an deinem ,,Kumpel“ gibt und an dem gibt es natürlich nichts zu rütteln.
Steck ihn dir wieder ein. Wenn du deine Männerfreundschaft angerührt
siehst, weil ich X richtigerweise als Macker bezeichnet habe, und du
dich jetzt positionieren musst auf seiner Seite, bestätigt das nur für
mich immer wieder eine Machokultur, in der linke Typen vorgeben,
antisexistisch zu sein, aber echte Kritik nicht sehen wollen und sich
darin auch noch gegenseitig stützen. Ja, dich betrifft X’s Mackertum
nicht, deswegen kanns dir schön egal sein. Ich kann dich als politischen
Menschen nicht mehr ernst nehmen.
Ich will keinen Kontakt mehr zu dir.

Sexistische Kackscheiße klingt nicht nett genug

Malte Welding will, dass auf rassistische und sexistische Aussagen gesitteter reagiert wird. Darauf antworten Nadia, Antje und TheGurkenkaiser.

Queerfestival Copenhagen, Bericht von @franziska_

„Queer muss radikal antirassistisch und nicht nur ein bisschen kritisch-weiß sein. Queer muss Trans_identitäten konsequent affirmieren und Biologismen und Essentialismen plattmachen. Queer muss Bisexualität als Ganzes akzeptieren und sich gegen die Fremdwahrnehmung von Homo-Hetero-Doppelidentität und die Marginalisierung von Bisexualität positionieren.“ Von Anarchieundlihbe

Antwort auf Kritik an Poly-Text

Wer es mitgekriegt hat: Sanczny und yetzt haben eine recht ausführliche Kritik auf meinen letzten Text hin geschrieben. Hier der Versuch einer Antwort, präsentiert auf meinem Blog, da ich immer Schwierigkeiten habe, bei Wordpress zu kommentieren.

So, jetzt hab ich Zeit zu antworten.
Ich finde euren Text lang und an manchen Stellen schwer zu knacken. Deshalb dauerte die Formulierung meiner Antwort länger, weil ich z.T erst nach erneutem Wiederlesen verstanden habe (und manchmal immernoch nicht versteh), um was es euch da geht.

Ich habe meinen Post zu Polyamorie erst geschlechtsneutral formuliert, bevor ich nochmal darauf einging, dass das für mich besonders störende Merkmal die männliche Dominanz ist, die das Thema Poly umgibt. Ihr schreibt, es geht nicht um die Herrschaftsförmigkeit von Beziehungsformen. Und gleichzeitig ist euer Text absolut geschlechtsblind gehalten, so als ob es nicht klar wäre, wer in unserer Gesellschaft Anerkennung dafür bekommt, mehrere (Sex-, Liebe-, whatever) Partner*innen zu haben. Das ist euer luftleerer Raum. -

Ihr sagt, ich sehe Poly als Wahl im luftleeren Raum. Als Wahl sehe ich es vor allem im Bezug auf mich und auf die, die ich kenne, die Poly als Beziehungsform gewählt haben und es nicht als essentielle Identität wahrnehmen. Da kann ich aber nicht allgemein sprechen. Riotmango sagt, wir sollten lieber nicht von Wahl oder Nichtwahl reden, ich bin der Ansicht, jeder Mensch sollte ausdrücken dürfen, wie er* oder sie* das empfindet, auch wenn uns diese Debatte nicht weiterbringt, aber es zeigt, wie Menschen ihre Identität erleben, nämlich verschieden, uneinheitlich, manchmal schicksalsbedingt, manchmal Ausdruck eines freien Willens, der mehr oder weniger frei ist.
Und luftleer ist der Raum genauso wenig, weil ich ihn bereits ganz am Anfang gefüllt habe mit der Aussage: „Ihr traut euch so ei­ni­ges in einer Welt der auf zwei Men­schen pro Zeit­raum fi­xier­ten bür­ger­li­chen Vor­stel­lung von Liebe“ Dass RZB also die gesellschaftlich dominante Beziehungsform ist, war im Text klar. Und weiterhin soll diese Aussage nicht auf einen ,,sexuellen Normalzustand“ hinweisen, sondern auf die starke normative Kraft des RZB-Konstrukts.

Ihr baut eure Kritik darauf auf, dass ich aus Perspektive der Monoamanz schreibe. Wo ich das so genau ausgedrückt habe, ist mir bis jetzt nicht klar. Die Ansage ist an Menschen gerichtet, die sich klar als poly verorten, das ,,ihr“ bedeutet aber nicht, dass ,,ich“ zur ,,anderen Seite“ gehöre, so als ob wir hier von einer Polarität reden. Soviel auch zu eurem Anfang, dass die Welt zu komplex ist für Schubladen. Dass ich keine klare Position beziehen kann, wollte ich auch nochmal mit meiner Hoffnung darüber darstellen, Polyamorie vielleicht wieder neu besetzen zu können und nicht das Feld den Mackern zu überlassen, die mir eintrichtern wie Polysein auszusehen hat. Dass ich aber gefailt hab, klare Worte ala ,,Ich bin … und deswegen … qed“ zu bringen, gibt dem Text diese schlimme Form von Neutralität, die keine ist und die ich ihm gerne wieder entziehen möchte.

Meine Vergleiche mit RZB waren schwach, das stimmt, und haben vermutlich für den größten Unmut gesorgt. Ich habe kurz umrissen und den Abklatsch einer RZB geliefert, weil ich mich nicht näher mit ihr befassen wollte, und das war mein Fehler, denn das Resultat waren gruselige Idealisierungen. Dass hier der Eindruck entsteht, ich schreibe aus der Sicht der Monoamanz, kann ich verstehen. Besser wird es nicht dadurch, wenn ich erkläre, dass diese Vergleiche der Bildlichkeit dienen sollten. Ich habe schlicht nicht gesehen, in welche Richtung sich mein Text bewegt und bin deshalb auch dankbar für eure Dekonstruktion.

Liebe ,,Ich bin Poly“-Bezeuger*innen!

Ich mag die meisten von euch. Ihr traut euch so einiges in einer Welt der auf zwei Menschen pro Zeitraum fixierten bürgerlichen Vorstellung von Liebe. Ihr feiert die Tatsache, dass Menschen viele lieben können und viele von euch freuen sich daran, wenn geliebte Menschen Zärtlichkeit und Intimität mit anderen genießen. Das ist kostbar und nicht geringzuschätzen in einer Welt, in der Partner*innen einander noch aus Eifersucht umbringen. Ich bewundere diejenigen unter euch, die verbindlich und liebevoll miteinander umgehen, die sich die Zeit nehmen, über all das zu kommunizieren, was bereits in einer monogamen Bindung kompliziert und tückisch sein kann. Ihr setzt Grenzen, redet über Wünsche und vollbringt das, was manche immernoch für unmöglich halten.

Und dann gibt es diejenigen unter euch, mit denen ich große Probleme habe.

Zur ersten Gruppe gehören die, die Polyamorie gerade auch in der linken Szene wie ein religiöses Mem viral verbreiten. Das ist noch nicht mein Problem. Gute Ideen brauchen Verbreitung. Das ist mein Problem: die religiöse Idee, dass nur dieser eine Gott anzubeten sei. Klarer ausgedrückt: Wer nicht poly ist, sei spießig – – –
Nein. Darüber muss ich keine langen Reden halten. Ich wähle, was mir gefällt. Ich muss mit euch nicht darüber reden, was falsch sein könnte an meinen Erwartungen an die Menschen/Partner*innen, die ich wähle oder mich von euch „analysieren“ lassen in jeglicher grenzüberschreitender Hinsicht. Eure Anmaßung darüber, die ,,richtige“ Beziehungsform gewählt zu haben, mag gefüttert sein von den Schrecknissen, in die die Romantische Zweierbeziehung einige von uns schon geritten hat und von der Dominanz derselben in unserer Gesellschaft. Dennoch bleibt es eine Anmaßung. Redet von persönlicher Erfahrung, von dem, was für euch das Richtige ist. Aber bleibt mir mit eurem Evangelium der einen richtigen Beziehungsform fern. Alternativlosigkeit muss dekonstruiert werden, auch und vor allem in sogenannten progressiven Kreisen.

Die zweite Gruppe, ich nenne sie mal: die Missverständlichen. Sie sagen ,,poly“, aber sie meinen ,,promisk“. Pick Up für Linke, hab ich mir da mal gedacht, oder aus den Worten anderer: Die 68er-Problematik in neuer Verpackung. Nun, ich habe keine grundsätzlichen Probleme mit Promiskuität. Habt Sex, wenn ihr Lust drauf habt! Aber benennt auch, was ihr meint! ,,Poly“ ist ein unglaublich schwammiger Begriff. Während die RZB für viele Menschen ein ,,all inclusive“-Paket bedeutet, müssen Menschen in Poly-Beziehungen vieles neu definieren, es wird ihnen nicht ,,vorgesetzt“. Mit Menschen was eingehen, denen ihr gesagt habt:,,Ich bin poly“, heißt nicht automatisch: ,,Du, aber morgen geh ich dann wieder.“ Es heißt, ihr müsst erklären, was Polysein für euch bedeutet, ob ihr das völlig frei definiert im Sinne von: Ich schlafe einfach unglaublich gern mit unglaublich vielen Menschen, oder ob es für euch vielleicht eine verbindliche Beziehung beinhaltet neben einer/vielen anderen, die genauso romantisch sein kann wie eine RZB. Oder vielleicht was ganz anderes. Benutzt Begrifflichkeiten, die klar ausdrücken, was ihr meint und schleicht nicht um den heißen Brei. Versprecht nicht zu bleiben, wenn ihr das nicht vorhabt. Vor allen Dingen bedeutet Poly nicht: Wenn du dich lange genug hinhalten lässt, verbringe ich vielleicht mal wieder Zeit mit dir, und ansonsten bist du mir egal.

Ich habe diese Ansage geschlechtslos gehalten. Ich habe auf Poly-Mackern bereits schonmal herumgehackt, weil sie mir auf die Nerven gehen, allerdings frage ich mich, inwieweit Frauen* zulassen sollten, dass Polyamorie wie so oft bedeuten muss, was eine im Trans*Frauen*Lesben-Zelt des Antifees letzte Woche nach einem derartigen Vortrag meinte: ,,Da war mir zuviel weiße Männlichkeit.“ Und ob wir lernen könnten, Polyamorie wieder neu für uns zu besetzen. Ich habe gemerkt, dass das Thema mich zuletzt deswegen so genervt hat, weil mir immerwieder in Schulunterrichtmanier von irgendeinem Typen eingehämmert wurde, wie falsch doch Zweierbeziehungen sind, qed1. Auf einem zweiten Vortrag letztens habe ich aber eine schöne Erfahrung gemacht und erfahren, dass es auch anders geht: In Gruppen oder zuzweit redeten die Menschen darüber, was für sie persönlich wichtig ist, was sie erfahren haben, was Liebe*Beziehung*Freundschaft für sie bedeutet. Dieser Workshop war so unglaublich viel ertragreicher und respektvoller als jede ,,Treue ist doof/Menschen sind von Natur aus promisk/Bla bla bla“--Rhetorik aus 68er und heutigen Zeiten. Das heißt, es geht auch anders, und das festzuhalten, ist mir wichtig.

Dieser Post erscheint auch auf takeover.beta.

  1. quod erat demonstrandum: „was zu beweisen war“ [zurück]

Ekel-Rant: „Machismo gegen Kapitalismus“ – oder so hab ichs verstanden.

Ich wollte gestern zu unserer Hausbar runtergehen. War mal wieder ne Party, hieß mal wieder ,,Feiern gegen Kapitalismus“. Or so. Ein Hiphop-Künstler trat auf. Ich lugte durch die Tür, es war heiß, stickig und eng und an Tanzen war nur zu denken, wenn frau es mochte, sich an Mittänzern zu reiben. Ich blieb vor der Tür stehen. Irgendwann drang der Text des als kritischdenkend bekannten Künstlers zu mir durch. Es ging um Kapitalismuskritik, Klassenkampf, Schönheitsideale, Heteronormativität, etc. Das ganze Paket also, über das der Künstler rappte.
Ich warf mehrere Blicke durch den Raum. Die meisten Menschen hier kannte ich. Da gab es den Anarchisten , der Antifamackertum für eine geeignete Strategie hält gegen Nazis und immer zwei Geliebte auf einmal hat. Oder den Esoterik-Hippie, der die ,,Natürlichkeit“ der heterosexuellen Beziehung befürwortet und alles andere für unnatürlich erklärt. Die vielen Jungen, die vor allem Spaß haben wollten und vertraute Parolen mitsingen. Alles Menschen, die ihre typisch heteronormativen Beziehungen führen, Polyamorie und Queerness in ihrem Halbwissen zu etwas verdrehen, das gerade den Typen weiteres Machogehabe erlaubt. Frauen, die auf halbwegs definierte Beziehungen warten und solange mit einem Typen schlafen, bis er genug hat von ihnen. Die Männer, wüsste nicht, welche Gruppe ich da schlimmer fände: Auf der einen Seite die Machos, vor denen frau gewarnt wird, offensichtliche Weiberhelden. Auf der anderen Seite die selbsternannten Feministen, die den Frauen erklären, was ,,richtiger“ Feminismus ist, in Diskussionsrunden dominieren und sich öffentlich beschweren, dass ihre Freundinnen beim Sex nicht den aktiven Part übernehmen. Alles in allem: Weiße deutsche Männer zwischen 18 und 30, die den Raum füllen, Liedtexte mitgrölen und vor allem eins tun: sich selbst feiern, ihre Auserwähltheit, ihre Freiheit, das fehlende Bewusstsein, den meisten Platz beim Tanzen zu bekommen, weil so gewohnt, sich breit machen zu dürfen.

In solchen Momenten frage ich: Was machen wir da? Ist das Ganze ein Spiel, nur ein Ritual des Erwachsenwerdens, das man zelebriert; Kritischsein als Lifestyle, der auswendig gelernt wird, um damit die nächste Frau zu beeindrucken, die mann ins Bett kriegen will? Warum lerne ich gerade in der linken Szene so wenige selbstbewusste Frauen kennen; liegt es daran, dass geglaubt wird, wir hätten alles erreicht? Was? Einen etwas subtileren Sexismus? Einen Möchtegern-Antirassismus, der bei der nächsten Critical-Whiteness-Runde vehement vorgebetet wird und der aber in der Köpfen der größten Antifaschisten nur bedeutet, Rassismusbetroffene seien vor allem eins: Opfer, aber keine Subjekte? Was sind wir? Eine elitäre kleine Clique von Menschen, die irgendwann gut bezahlt werden wird. Und bis dahin wird abgefeiert.

Auf so einer Revolution will ich gar nicht tanzen. Ekel, Ekel, Ekel.

Antifa mit Kampfhund

Antifa posiert mit Kampfhund. Lasst gefälligst die Tiere aus dem Spiel … Link

Antifa, so weiß wie der Schnee

Ich habe vor kurzem den Text über Antifa-Kritik verlinkt, den Women und People of Color (POC) als offenen Brief an die Veranstalter von ,,Dresden nazifrei“ schickten.

Wer sich aufregen möchte über privilegierte weiße Jungs, die Kritik an ,,ihrem“ Antifaschismus nicht ernst nehmen, dem sei hiermit empfohlen, sich die Kommentare auf Sookees Facebookseite anzusehen. Sehr lehrreich. Die Facebookseite ist auch ohne Account zu erreichen. Hier nur zwei Zitate:

,,Felix Fernandez“:

Nochmal, mein Hauptproblem mit diesem und anderen Texten ist die Position aus denen diese oft geschrieben sind: Ganz weit oben auf einer Wolke der moralischen Erhabenheit. Und die nehme ich nun mal keinem Mensch ab, tut mir leid. Und auf diese Weise wird ganz sicher niemand überzeugt.
Die Arroganz mit der hier Leuten begegnet wird, die in dem Text nicht die reine Wahrheit sehen, steht wieder auf nem anderen Blatt. Die ist halt typisch linksdeutsch.

eine Gruppe von, dem Text zufolge, sehr gebildeten Menschen die sich arroganterweise herausnimmt für alle Opfer von Rassismus zu sprechen. Und jetzt?!

,,Johnny Hohenzollern“:

Wenn nicht kritisiert wird, WIE etwas „zerfetzt“ wird, sondern nur DASS ein „Erfahrungsbericht“ nur, weil ihn – angeblich – „PoC“ verfasst haben, nicht als allgemeingültige Wahrheit angenommen wird, ist antikritischer Blödsinn. So kommt auf jeden Fall keine Diskussion zustande.Aber hey: Rassismus erklären und kritisieren ist sowieso nicht das Ding von Critical Whiteness-Spacken. Dann würde man nämlich etwas anderes machen, als sich den lieben langen Tag mit den allerkonkretesten Formen, wie jener sich im Alltag äußert, beschäftigen.P.S.: Bevor mich hier irgendeine Dreadlock-Frau als „weißen Antifa-Macker“ bezeichnet: an der Bezeichnung wäre exakt garnichts richtig. Für R a s s i s t e n wie euch ist die Hautfarbe der Person, die etwas äußert, ja leider wichtiger als das, was gesagt wird, daher muss man sowas anscheinend dazu schreiben, um überhaupt ernstgenommen zu werden.

Ist linksdeutsch jetzt das neue ,,faschistisch“? Vermutlich unter Anti-D’s. Und ja, von Rassismus Betroffene haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als auf einer Wolke moralischer Erhabenheit zu sitzen. Und zu analysieren, dass in einer sich emanzipatorisch bezeichnenden Gruppe genau dieselben Machtverhältnisse herrschen wie in der nicht-emanzipatorischen Gesellschaft um die Gruppe herum, ist nur Zeitvertreib. Lasst euch den Spaß nicht verderben!

,,Antikritischer Blödsinn“, ,,ein Erfahrungsbericht nur ,weil ihn – angeblich „PoC“ verfasst haben“, ,,Critical Whiteness-Spacken“, ,,irgendeine Dreadlock-Frau“, ,,Für R a s s i s t e n wie euch“ …