Tag-Archiv für 'abtreibung'

Böse amerikanische Ordensfrauen

Feministische Umtriebe bei den US-amerikanischen Ordensfrauen. Link

USA: Anti-Abtreibung die hundertzweimillionste

Nur kurz aus dem wilden Westen: Der Senat von Arizona (USA) hat ein Gesetzesentwurf durchgelassen, das happig ist: Schwangeren Frauen dürfen Informationen vorenthalten werden bezüglich der Gesundheit ihres Kindes, wenn nach der Meinung des Arztes diese Informationen zu einer Abtreibung führen könnten.
Es scheint sich in den Staaten gesetzesmäßig gerade alles in die Richtung zu bewegen, schwangere Frauen, die frei entscheiden wollen, nach allen Regeln der Kunst zu kriminalisieren und in die Enge zu treiben. Informationen vorzuenthalten ist ein weiterer Schritt, Frauen unmündig zu machen. Ich frage mich, wo die Gegenreaktion bleibt.

Zygotenleben

Die Pro-Life-Bewegung in den USA treibt absurde Blüten: Eine Gesetzesänderung in Mississippi sollte in Kraft treten (the Personhood Amendment Bill), die befruchteten Eizellen Personenrechte zuschreibt. Die Gesetzesänderung kam nicht durch, weil eine kleine Mehrheit von 55% dagegen war. Wie die Bloggerin Vegina herausarbeitet, kann durch ein solches Gesetz eine Mutter verantwortlich gemacht werden für jede mögliche Verletzung, die ihrem Kind in der Schwangerschaft zustößt.

In a culture of misogyny and mother-blaming, this is likely to open the floodgate to the persecution and prosecution of women who miscarry.1

Die Absurdität wird dort noch unfassbarer, wo nicht die befruchtete Eizelle, sondern schon allein der Akt des Samenergusses beim Geschlechtsverkehr Personenrechte zuschreiben soll; diese Idee wird von einigen Rechten vertreten und beschränkt das Sexualleben einer Frau auf ihre Bereitschaft, Mutter zu werden. Bereits das Einnehmen der Pille wäre dann Mord.
In Oklahoma, wo der Gesetzesentwurf ebenfalls zur Wahl steht, enttarnten demokratische SenatorInnen dessen Sexismus. Würde man für Männer nämlich dieselbe Messlatte ansetzen, müsste jeder Samenerguss eines Mannes, der nicht in der Vagina einer Frau verliefe, als tödlicher Akt gegen ein ungeborenes Kind interpretiert werden. Nun, ich sehe jetzt mal ab davon, dass die christliche Rechte Masturbation und jede Form von Sexualität, die nicht zur Reproduktion führt, sowieso verdammt.

  1. ,,In einer Kultur, die Frauen hasst und Müttern alle Schuld zuschiebt, wird der Verfolgung und Anklage von Frauen Tür und Tor geöffnet, die eine Fehlgeburt erleiden.“ [zurück]


,,Dinge, die in einen Uterus gehören: Spiralen, Babys, Hormone. Dinge, die nicht in einen Uterus gehören: Religion, Gesetze, Männer, ,,Personen“, unangebrachte moralische Empörung.“

Zu ,,Ein neues Gesetz in den USA …“

Berichtigung (thanks to Mädchenblog-User ,,Liv“): Das Gesetz ist noch nicht durch, es ist bisher ,,nur“ durch das Repräsentantenhaus genehmigt worden; wird aber vermutlich nicht durch den Senat kommen, der von den Demokraten dominiert wird. Und Präsident Obama ließ bereits mitteilen, dass er sein Veto dagegen einlegen wird.

Interview Abtreibung (mit Sarah Diehl)

Die Filmemacherin Sarah Diehl (,,Abortion Democracy“) über Abtreibung, Kirche und Moral. Sehenswert!

Ein neues Gesetz in den USA: ,,Lasst Frauen sterben“

Die Abtreibungsgegner in den Vereinigten Staaten haben ein großes Ziel erreicht: Unter dem Euphemismus ,,Protect Life Act“ (Lebensschutz-Gesetz) wurde nun ein Gesetz verabschiedet, das Krankenhäusern und Ärzten erlaubt, Frauen ,,vor ihrer Tür“ sterben zu lassen. Das bisher in Kraft gewesene Emergency Medical Treatment and Active Labor Act (EMTALA) darf jetzt im Falle eines Abtreibungsbedarf, das die Mutter rettet, ignoriert werden. EMTALA fordert, dass den Patienten in Notfallsituationen angemessene medizinische Hilfe erwiesen wird, was eine Abtreibung bisher mit einschloss, falls diese nötig wurde. Die Stimme der Minderheit, Nancy Pelosi, nennt das neue Gesetz einen ,,grausamen Angriff auf die Gesundheit von Frauen“. Fast alle Republikaner und 15 Demokraten wählten für den ,,Protect Life Act“.
Die Befürworter argumentieren u.a, dieses Gesetz diene zum Schutz der Krankenhäuser, die an religiöse Institutionen gebunden sind, wie auch, dass es soetwas wie eine Notfall-Abtreibung nicht geben kann.
Hier ein Bericht aus einem katholischen Krankenhaus (Übersetzung unten):

,,A woman with a condition that prevented her blood from clotting was in the process of miscarrying at a Catholic-owned hospital. According to her doctor, she was dying before his eyes, her eyes filling with blood. But even though her life was in danger, and the fetus had no chance of survival, the hospital wouldn‘t let the doctor treat her by terminating the pregnancy until the fetal heartbeat ceased of its own accord. She ended up in the I.C.U.“1

Unterstützt und mit wohlwollender Anerkennung bedacht wurde das Gesetz von der US-amerikanischen Bischofskonferenz
und fundamentalistisch christlichen Lobbyorganisationen wie dem Family Research Council.

  1. ,,Eine Frau, deren Blut nicht mehr gerinnen konnte, war dabei, eine Fehlgeburt zu erleiden. Das Krankenhaus war katholisch. Ihr Arzt erzählte, sie starb quasi vor seinen Augen, ihre eigenen Augen voller Blut. Aber obwohl ihr Leben in Gefahr war und der Fötus nicht überleben konnte, ließ das Krankenhaus nicht zu, dass der Arzt ihre Schwangerschaft beendete, bis der Herzschlag des Fötus endlich erlosch. Die Frau landete auf der Intensivstation.“ [zurück]