Tag-Archiv für 'medien'

Rufmord an Trayvon Martin

Trayvon Martin ist tot … und die Medien beeilen sich, ihn als Verbrecher darzustellen. Erinnert mich irgendwie an DSKs Hotelausflug.

Ich habs getan ! *zwitscher*

… und bin jetzt auch auf Twitter zu finden. Und entdecke spannende Dinge, die für Millionen andere Menschen schon seit Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Wie schön :-)

Dazu kommt ein Profilbild, das unübertreffbar ist in seinem Nervpotenzial, ihr werdet’s sehen!

,,Dönermorde“: Unwort des Jahres

Begründung der Jury:

,,Der Ausdruck steht prototypisch dafür, dass die politische Dimension der Mordserie jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde: Die Unterstellung, die Motive der Morde seien im kriminellen Milieu von Schutzgeld- und/oder Drogengeschäften zu suchen, wurde mit dieser Bezeichnung gestützt. … Im Jahre 2011 ist der rassistische Tenor des Ausdrucks in vollem Umfang deutlich geworden: Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechts-terroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden.“

Quelle: Telepolis

Der Bechdel-Test für deinen täglichen Medienkonsum

Mit dem Bechdel-Test für Filme wurde ich hier konfrontiert. Der kluge Test der lesbischen Comiczeichnerin Alison Bechdel hat drei wichtige Fragen an einen Film:

1. Gibt es mehr als eine Protagonistin?
2. Wenn es zwei oder mehr Frauen sind, reden sie miteinander?
3. Reden sie miteinander über etwas anderes als einen Mann?

feministfrequency hat das noch variiert mit der Frage, ob die Protagonistinnen Namen haben. Das Verblüffende ist, wieviele Filme tatsächlich durchfallen bei eigentlich so simplen und selbstverständlich erscheinenden Variablen.

Nun kenne ich den Bechdel-Test bereits seit einem Jahr und er hat mir so manche Filmanalyse versüßt wie versalzen. Hier habe ich aber einen ganz netten Schatz, den ich bei femblr gefunden habe: nämlich den Originalcomic des Bechdel-Testes, der nun auch schon 27 Jahre alt wird: ,,The Rule“.

bechdeltest

Über entstellte Repräsentation

Trailer zur Dokumentation ,,Miss Representation“, die 2011 auf dem Sundance Filmfestival gezeigt wurde, gefunden bei adiosbarbie.com.

Wer kopiert jetzt wen?

Medienwissenschaft: lernen, dass wir Medien beeinflussen und Medien uns. Diese Wechselseitigkeit reicht u.a. bis zu den Mafiagangs der USA, die sich in ihrem Auftreten und ihrem Stil an die Filmreihe ,,Der Pate“ anpassten.
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Hier eine amüsante Szene aus der jüngst geschlossenen Ehe des britischen Königshauses:

cinderella
(Quelle: iblamethepatriarchy)

,,Let’s rape!“ oder: Warum Medien es eineM so leicht machen.

Das Thema Vergewaltigung und sexuelle Nötigung: Schön, dass wir mal wieder darüber reden. Schlimm, dass es medial immer nur als Verteidigungsplädoyer mächtiger Männer aufgerissen wird. Dabei fiel mir eine Aussage der Online-Taz auf, die in einem der ersten Artikel über diesen Fall fiel:

Strauss-Kahns Image als Schürzenjäger und Schwerenöter war hinreichend bekannt. Er hätte wissen müssen, dass er solche Anschuldigungen nicht aus der Welt schaffen kann – seien diese berechtigt oder nicht. Die Folgen hat er sich in erster Linie selber zuzuschreiben.

Was hat das ,,Image als Schürzenjäger und Schwerenöter“ damit zu tun, dass man mit Frauen gegen ihren Willen sexuellen Verkehr hat oder sie nötigt? Was Strauss-Kahn mit anderen Frauen im gegenseitigen Einverständnis macht, ist seine private Angelegenheit. Was mich anwidert: dass ein Saubermann-Image geholfen hätte, diese schweren Vorwürfe schneller aus der Welt zu schaffen, weil medial immer nur interessiert, wie ,,moralisch“ sich jemand zeigt, d.h. wie verhaftet an eingestaubten vertrockneten Moralvorstellungen, die noch aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen.