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Zygotenleben

Die Pro-Life-Bewegung in den USA treibt absurde Blüten: Eine Gesetzesänderung in Mississippi sollte in Kraft treten (the Personhood Amendment Bill), die befruchteten Eizellen Personenrechte zuschreibt. Die Gesetzesänderung kam nicht durch, weil eine kleine Mehrheit von 55% dagegen war. Wie die Bloggerin Vegina herausarbeitet, kann durch ein solches Gesetz eine Mutter verantwortlich gemacht werden für jede mögliche Verletzung, die ihrem Kind in der Schwangerschaft zustößt.

In a culture of misogyny and mother-blaming, this is likely to open the floodgate to the persecution and prosecution of women who miscarry.1

Die Absurdität wird dort noch unfassbarer, wo nicht die befruchtete Eizelle, sondern schon allein der Akt des Samenergusses beim Geschlechtsverkehr Personenrechte zuschreiben soll; diese Idee wird von einigen Rechten vertreten und beschränkt das Sexualleben einer Frau auf ihre Bereitschaft, Mutter zu werden. Bereits das Einnehmen der Pille wäre dann Mord.
In Oklahoma, wo der Gesetzesentwurf ebenfalls zur Wahl steht, enttarnten demokratische SenatorInnen dessen Sexismus. Würde man für Männer nämlich dieselbe Messlatte ansetzen, müsste jeder Samenerguss eines Mannes, der nicht in der Vagina einer Frau verliefe, als tödlicher Akt gegen ein ungeborenes Kind interpretiert werden. Nun, ich sehe jetzt mal ab davon, dass die christliche Rechte Masturbation und jede Form von Sexualität, die nicht zur Reproduktion führt, sowieso verdammt.

  1. ,,In einer Kultur, die Frauen hasst und Müttern alle Schuld zuschiebt, wird der Verfolgung und Anklage von Frauen Tür und Tor geöffnet, die eine Fehlgeburt erleiden.“ [zurück]


,,Dinge, die in einen Uterus gehören: Spiralen, Babys, Hormone. Dinge, die nicht in einen Uterus gehören: Religion, Gesetze, Männer, ,,Personen“, unangebrachte moralische Empörung.“