Tag-Archiv für 'rote-zora'

Nur mal so nebenbei: Die Rote Zora …

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rote zora
(Quelle: en.wikipedia.org)
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… und einige Gedanken, die nicht erst neu gedacht werden müssen:

Wir beschränken uns […] nicht auf Strukturen direkter, d.h. augenscheinlicher Frauenunterdrückung. Als Frauen sind wir ebenso von den gesellschaftlichen Gewaltverhältnissen insgesamt betroffen, ob es sich nun um Stadt- oder Umweltzerstörung handelt oder um kapitalistisch organisierte Produktionsformen, also Verhältnisse, denen auch die Männer ausgesetzt sind. Wir wollen keine »linke« Arbeitsteilung nach dem Motto: die Frauen für die Frauenfragen, die Männer für allgemeine politische Themen. Die Verantwortung für die Veränderung unseres Alltags lassen wir uns nicht nehmen!

Es gibt auch immer wieder nervige Diskussionen. Denn die Männer, die ansonsten ihren radikalen Bruch mit diesem System in eine konsequente Praxis umsetzen, sind oft erschreckend weit davon entfernt, zu begreifen, was antisexistischer Kampf heißt und welche Bedeutung er für eine sozialrevolutionäre Perspektive hat. Es ist unter uns Frauen auch umstritten, wo die Grenzen sind, an denen uns die Zusammenarbeit stärkt oder unseren Frauenkampf lähmt.

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mackertum
(Quelle: aua.blogsport.de)
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Die Schwierigkeiten fangen für uns da an, wo feministische Forderungen dazu benutzt werden, in dieser Gesellschaft »Gleichberechtigung« und Anerkennung zu fordern. Wir wollen keine Frauen in Männerpositionen und lehnen Frauen ab, die Karriere innerhalb patriarchaler Strukturen unter dem Deckmantel des Frauenkampfes machen. Solche Karrieren bleiben ein individueller Akt, von dem nur einige privilegierte Frauen profitieren. Denn die Verwaltung, die Gestaltung der Macht wird Frauen in dieser Gesellschaft nur gewährt, wenn sie in diesen Positionen Interessen der Männer vertreten oder der jeweilige Aufgabenbereich Fraueninteressen gar nicht erst zuläßt.

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Ministerinnen
(Quelle: ensdetunis.blogspot.com)
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Ebeling
Die ehemalige ,,Gleichstellungsbeauftragte“ Monika Ebeling der Stadt Goslar, Niedersachsen über ,,[…] Bitterfotzigkeit [… :] Ohne diese lebt es sich glücklicher und entspannter – erst recht in einer Partnerschaft!“
(Quelle: geschlechterdemokratie.files.wordpress.com)
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Von der Frauenbewegung zu sprechen, finden wir falsch. Einerseits wird unter Frauenbewegung verstanden, was aus den alten Strukturen resultiert und davon übriggeblieben ist, von Projekten, Treffs bis hin zur Mystik. Es gibt viele Strömungen, die sich jedoch nicht fruchtbar ergänzen, sondern teilweise ausschließen und bekämpfen. Andererseits gehen neue politische Impulse von anderen Zusammenhängen aus, in denen sich Frauen als Frauen ihrer Unterdrückung bewußt werden, die radikal patriarchale Strukturen in Frage stellen und im Interesse der Frauen Politik machen – z.B. die Frauen in Lateinamerikagruppen, im Häuserkampf, in antiimperialistischen Gruppen. Deswegen stimmt auch der Satz: die Frauenbewegung ist tot, es lebe die Frauenbewegung! Denn die Frauenbewegung ist keine Teilbewegung wie die AKW-Bewegung oder der Häuserkampf, die sich überleben, wenn keine AKWs mehr gebaut werden und Spekulationsobjekte nicht länger zur Verfügung stehen. Die Frauenbewegung bezieht sich auf die Totalität patriarchaler Strukturen, auf deren Technologie, deren Arbeitsorganisation, deren Verhältnis zur Natur und ist damit ein Phänomen, das nicht mit der Beseitigung einzelner Auswüchse verschwindet, sondern erst in dem langen Prozeß der sozialen Revolution.

Die Rote Zora, Emma-Interview 1984
(Quelle: nadir.org)