Tag-Archiv für 'usa'

Böse amerikanische Ordensfrauen

Feministische Umtriebe bei den US-amerikanischen Ordensfrauen. Link

Glaube und Freiheit

Evangelikaler Glauben emanzipatorisch? Über die ,Neuen Evangelikalen“ ein Artikel auf heise

USA: Anti-Abtreibung die hundertzweimillionste

Nur kurz aus dem wilden Westen: Der Senat von Arizona (USA) hat ein Gesetzesentwurf durchgelassen, das happig ist: Schwangeren Frauen dürfen Informationen vorenthalten werden bezüglich der Gesundheit ihres Kindes, wenn nach der Meinung des Arztes diese Informationen zu einer Abtreibung führen könnten.
Es scheint sich in den Staaten gesetzesmäßig gerade alles in die Richtung zu bewegen, schwangere Frauen, die frei entscheiden wollen, nach allen Regeln der Kunst zu kriminalisieren und in die Enge zu treiben. Informationen vorzuenthalten ist ein weiterer Schritt, Frauen unmündig zu machen. Ich frage mich, wo die Gegenreaktion bleibt.

Über die schönen Scheine

Der Online-Comic xkcd präsentiert: Geld. Ob mensch wissen will, was der geschätzte Wert der Hogwarts-Studiengebühren beträgt oder was ein CEO/Vorstandsmitglied mehr verdient als ein durchschnittlicher Arbeiter in den USA oder wieviel Milliardäre es gibt: Hier ist es aufgezählt. Ich empfehle, auf die Seite zu gehen und sich das Ganze mal näher anzusehen.

Lieber Gott, lass mich eine Lesbe sein, Teil 2: Mitt Romney

Nun hören wir, dass ein weiterer Bewerber der Republikaner für die US-Präsidentschaft seine Probleme mit Lesben und Schwulen hat. Mitt Romney muss laut der Süddeutschen leugnen, jemals für gleiche Rechte von Homosexuellen gewesen zu sein. Er wird sich jetzt vor den Republikanern tatsächlich davor rechtfertigen, dass in seinem Wahlkampf für das Gouverneursamt in Massachusetts 2002 ein pinker Flyer aufgetaucht ist, der im Namen von ,,Mitt“ aussagte:

Alle Bürger sollten gleiche Rechte haben, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung

Damals hat er die Wahl gewonnen. Heute aber droht ihm wegen desselben Flyers der Verlust von Wählern. Sein Wahlkampfteam verwickelt sich in Widersprüche und sein damaliger Kommunikationschef behauptet steif und fest: ,,Ich weiß nicht, woher diese pinkfarbenen Flyer kamen. Ich weiß nicht, wer sie verteilt hat. Ich habe sie nie gesehen – “, während ein ehemaliger Praktikant versichert, dass die Flyer auf einem Prideweekend von den Mitarbeitern Romneys verteilt wurden.
Vielleicht war es tatsächlich nicht die Unterstützung der queeren Gemeinde gewesen, die ihn damals gewinnen ließ. So oder so, ich finds zum Kotzen, dass er heute leugnen muss, dass er jemals beabsichtigte, ihre Rechte stärken zu wollen.

Lieber Gott, lass mich eine Lesbe sein

Der republikanische Bewerber um die US-amerikanische Präsidentschaft und Katholik Rick Santorum beweist in einem Video bei FoxNews, wie es um die Argumente der religiösen Rechten bezüglich homosexueller Ehe aussieht: Nämlich furchtbar. Auf die Fragen von StudentInnen, warum es nicht erlaubt sein sollte, dass zwei Männer oder zwei Frauen einander heiraten, entgegnet er, ob es dann auch okay sei, dass Menschen zu fünft heirateten, wenn der einzige Grund sei, dass es sie glücklich machen würde.

Äh? –

Diese Verweise auf andere, noch ,,schräger“ wirkende Paarkonstellationen sind typisch bei Evangelikalen, solange es um das Thema Homosexualität geht. Und da ist das Beispiel von Polygamie noch das harmloseste. Sie finden keine einleuchtenden Argumente, warum eine Mann-Mann- oder eine Frau-Frau-Ehe schädlich sein sollte oder schädlicher als eine heterosexuelle Ehe. Deshalb verweisen sie auf andere Diskurse: auf die der Päderastie, auf die der Sodomie. Würden wir heute Homosexualität erlauben, würde das einen Dammbruch auslösen, und all die anderen sündischen Verhältnisse, in die ein Mensch geraten kann, würden über uns hereinbrechen. Manche Menschen sind ja auch glücklich, wenn sie es mit Tieren treiben und andere lieben Sex mit Kindern, sollen wir ihnen das etwa auch erlauben?

Wichtig ist, jetzt darauf zu bestehen, dass Homosexualität ein verdammt anderer Bauplatz ist. Und dass es ein verdammt großer Unterschied ist, wenn wir von einvernehmlichen Sex zwischen erwachsenen Menschen reden.

Santorums weiteres Argument ist, dass nur aus der Mann-Frau-Ehe Kinder hervorgehen und diese einen guten Rahmen bilden würde für die Aufzucht der Kleinen. Dagegen spricht eindeutig, dass auch lesbische wie schwule Paare Kinder aufziehen und ihnen den geeigneten Rahmen fürs Großwerden bieten können UND dass nicht aus jeder heterosexuellen Ehe Kinder hervorgehen und sich alle Verheirateten Kinder wünschen oder sie bekommen können. Deshalb müssten auch Evangelikale, dem logischen Schluss folgend, jede Ehe für nichtig erklären, die keine Kinder hervorbringt. Was sie nicht tun. Denn spätestens in dem Moment hören sie auf zu diskutieren, schauen dich streng an und gehen wieder zurück zu dem Sodomieargument: ,,Aber dann könntest du ja auch deine Kuh heiraten.“

Das ist eine Kuh
(Quelle: tumblr)
,,Aber hallo …“

Zu ,,Ein neues Gesetz in den USA …“

Berichtigung (thanks to Mädchenblog-User ,,Liv“): Das Gesetz ist noch nicht durch, es ist bisher ,,nur“ durch das Repräsentantenhaus genehmigt worden; wird aber vermutlich nicht durch den Senat kommen, der von den Demokraten dominiert wird. Und Präsident Obama ließ bereits mitteilen, dass er sein Veto dagegen einlegen wird.

Ein neues Gesetz in den USA: ,,Lasst Frauen sterben“

Die Abtreibungsgegner in den Vereinigten Staaten haben ein großes Ziel erreicht: Unter dem Euphemismus ,,Protect Life Act“ (Lebensschutz-Gesetz) wurde nun ein Gesetz verabschiedet, das Krankenhäusern und Ärzten erlaubt, Frauen ,,vor ihrer Tür“ sterben zu lassen. Das bisher in Kraft gewesene Emergency Medical Treatment and Active Labor Act (EMTALA) darf jetzt im Falle eines Abtreibungsbedarf, das die Mutter rettet, ignoriert werden. EMTALA fordert, dass den Patienten in Notfallsituationen angemessene medizinische Hilfe erwiesen wird, was eine Abtreibung bisher mit einschloss, falls diese nötig wurde. Die Stimme der Minderheit, Nancy Pelosi, nennt das neue Gesetz einen ,,grausamen Angriff auf die Gesundheit von Frauen“. Fast alle Republikaner und 15 Demokraten wählten für den ,,Protect Life Act“.
Die Befürworter argumentieren u.a, dieses Gesetz diene zum Schutz der Krankenhäuser, die an religiöse Institutionen gebunden sind, wie auch, dass es soetwas wie eine Notfall-Abtreibung nicht geben kann.
Hier ein Bericht aus einem katholischen Krankenhaus (Übersetzung unten):

,,A woman with a condition that prevented her blood from clotting was in the process of miscarrying at a Catholic-owned hospital. According to her doctor, she was dying before his eyes, her eyes filling with blood. But even though her life was in danger, and the fetus had no chance of survival, the hospital wouldn‘t let the doctor treat her by terminating the pregnancy until the fetal heartbeat ceased of its own accord. She ended up in the I.C.U.“1

Unterstützt und mit wohlwollender Anerkennung bedacht wurde das Gesetz von der US-amerikanischen Bischofskonferenz
und fundamentalistisch christlichen Lobbyorganisationen wie dem Family Research Council.

  1. ,,Eine Frau, deren Blut nicht mehr gerinnen konnte, war dabei, eine Fehlgeburt zu erleiden. Das Krankenhaus war katholisch. Ihr Arzt erzählte, sie starb quasi vor seinen Augen, ihre eigenen Augen voller Blut. Aber obwohl ihr Leben in Gefahr war und der Fötus nicht überleben konnte, ließ das Krankenhaus nicht zu, dass der Arzt ihre Schwangerschaft beendete, bis der Herzschlag des Fötus endlich erlosch. Die Frau landete auf der Intensivstation.“ [zurück]